Damnam hat geschrieben: ↑Sa 29. Aug 2020, 16:10
--> Tom, der Flughafen Zürich, was vielleicht auch der Grund ist, dass die Fallzahlen in Zürich so hoch sind?
Glaube ich nicht, Tinu. Die Leute werden ja nicht dort getestet, sondern erst wenn sie zuhause sind. Dies im Gegensatz zu anderen Ländern. Zu den Zahlen, ja da müsste man glaube ich auch vielleicht nicht allzu schwarz malen, finde ich. Diese knapp 400 pro Tag scheinen uns zwar aktuell sehr hoch. Aber irgendwie bleiben sie ja auch stabil. Sie steigen nicht von Tag zu Tag extrem an. Nehmen wir mal die Kantone Zürich und Bern als Beispiel und die letzten 2 Wochen (nicht nur weil viele von uns in diesen Kantonen leben, sondern auch, weil diese Kantone wirklich tägliche Updates machen):
16.8.: ZH 29 BE 13
17.8.: ZH 44 BE 6
18.8.: ZH 67 BE 7
19.8.: ZH 69 BE 19
20.8.: ZH 76 BE 11
21.8.: ZH 83 BE 21
22.8.: ZH 44 BE 9
23.8.: ZH 41 BE 15
24.8.: ZH 32 BE 12
25.8.: ZH 50 BE 11
26.8.: ZH 118 BE 23
27.8.: ZH 96 BE 19
28.8.: ZH 89 BE 25
29.8.: ZH 63 BE 19
Zudem wurden in den letzten Tagen doch recht viele Tests gemacht finde ich, dies mag auch dazu führen, dass mehr Fälle als vorher entdeckt werden. Fälle die früher einfach auskuriert und nicht gemeldet wurden... Aber auf jeden Fall finde ich die Entwicklung nicht so dramatisch wie sie manchmal empfunden wird. Klar, die Zahlen sollten tiefer sein, dies wäre für alle besser. Aber die Entwicklung ist nun finde ich nicht gerade ausser Kontrolle. Interessant wäre es natürlich zu wissen, wo sich die Leute in Zürich die zwischen 26.8. und 28.8. positiv getestet wurden, angesteckt haben. Ob da vielleicht irgendein spezielles Ereignis war. Denn diese Tage waren definitiv Ausreisser.
Auf 14 Tage und 100'000 Einwohner gerechnet wäre es in ZH und BE übrigens wie folgt:
ZH: 60 Neuansteckungen = Risikoliste
BE: 21 Neuansteckungen = weit davon entfernt
Von dem her gesehen ist es sicher gut, wenn im Kanton Zürich die Schrauben nun angezogen wurden. Masken tragen wird überall empfohlen, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Ob dies in einem grossen Supermarkt viel bringt, ist umstritten. Der in der Schweiz angesehene Epidemiologe Marcel Salathé sagte diese Woche, dass kaum Ansteckungen in Supermärkten oder Warenhäuser bekannt seien, da diese in der Regel eben gute hygienische Vorsorgemassnahmen getroffen hätten. Der ex-BAG-Chef Daniel Koch sagte, man könne problemlos Konzerte besuchen, wenn Abstände eingehalten werden und das Contract Tracing vorhanden sei. Die Gefahr sich anzustecken sei kleiner, als im Supermarkt oder Warenhaus.... wo es offenbar ja gar nicht gefährlich ist. In Fussballstadien sei die Gefahr sich anzustecken gering, wenn Masken getragen würden und ein Abstand vorhanden sei. 20'000 könnten ins Wankdorfstadion zugelassen werden. Las man diese Woche. Für mich macht dies einfach nach wie vor der Anschein dass man einfach zu wenig weiss und alle Stellen irgendwie (natürlich) eher vom Worst Case ausgehen, um irgendwie sicher zu sein, dass sie später nicht schuld sind, sollte es wieder ausarten.
Ich bin mal gespannt darauf was in Deutschland nach den heutigen Demos in Berlin in so 1 Woche passieren wird mit den Zahlen. Sollte es zu keinen grossen Anstiegen kommen, dann könnte man Grossveranstaltungen im Freien wohl effektiv gefahrenmässig herunterstufen.
Zum Homeoffice: bei uns in der Firma sind wir immer noch in Kurzarbeit, wenn auch etwas weniger als vorher. Das heisst es sind mehr Mitarbeitende im Grossraumbüro als vorher. Wir schauen aber darauf, dass die welche es einfach können, nach wie vor möglichst von zuhause aus arbeiten. Zum einen haben wir nun keine Lüftung, was die Büros temperaturmässig nicht sehr attraktiv machte für ein paar Tage. Und das mit dem coronagerechten Lüften klappte eher mässig in dieser Zeit, weil halt abwechselnd Leute im Büro waren und nichts organisiert werden konnte. Auch haben wir halt den MA's welche wegen den Temperaturen motzten gesagt, sie sollen ab ins Homeoffice. Die Tendenz ist halt schon so, dass sie ihre KollegInnen vermissten. Die letzten 2 Wochen war es etwas angespannt. Weil halt Entscheidungen unserer Geschäftsleitung und Verwaltungsrat zu der doch massiven Neuausrichtung der Firma einerseits zu Entlassungen führten und andererseits bei den anderen einen ziemlichen Schub gaben, nach anfänglicher Unsicherheit weil niemand so richtig einschätzen konnte, was wir eigentlich nun die nächsten Jahre anstreben und wie wir uns dieses Wissen aneigenen. Immerhin müssen etwa 75% der Mitarbeitenden eigentlich einen neuen Job erlernen. Dies führte wiederum dazu, dass die Anzahl der MA's so zunahm, dass es coronamässig immer schwieriger wurde. Aber die letzten Tage gab es da wieder eine Beruhigung. Maskenpflicht gibt es bei uns im Büro noch nicht, die welche wollen, bekommen sie aber zur Verfügung gestellt.
Gruss Tom