Unser Leben im Dorf

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thaithom
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Re: Unser Leben im Dorf

#11

Beitrag von thaithom »

Bei eigentlichen Tempelfesten wie eben Big Buddha Days wird es kaum Musik und Tanz geben.
Manchmal werden Tempelgelände für Mor Lam Konzerte benutzt. Da wird dann aber allenfalls im Suff etwas getanzt.
Und wenn in einem Dorf ein spezielles Ereignis gefeiert wird, gibt es vor allem laute Musik (LAUTE), und Tanz wie oben.
Ein "gemütliches" Dorffest wie in DACH mit Tanzbühne und Oberkrainern (natürlich als thailändisches Pendent) wirst Du kaum antreffen.
Gruss Thomas
"Kun Chang"

grunder9
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Re: Unser Leben im Dorf

#12

Beitrag von grunder9 »

Bei uns im Dorf wird jeweils beim jährlichen Wald-Tempelfest ein Viereck mit Seilen abgesperrt. Auf holperigen Waldboden. Das ist dann die "Tanzbühne". Wer tanzen will, muss ein Ticket für 50 baht kaufen. Dieser, wie auch die übrigen Erlöse aus Tombola und Esswaren kommen dem Tempel zugute.
Freundliche Grüsse
grunder
Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.
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Marburger
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Re: Unser Leben im Dorf

#13

Beitrag von Marburger »

cooked hat geschrieben: Was mir fehlt bei diesen Festen ist Dorfmusik und Tanz.
Thais leiden offenbar an chronischer Unmusikalität und Tanzvermögen...zumindest nach westlicher Vorstellung.
Bis heute, nach vielen kläglichen Versuchen, tapst mir (einst ein begnadeter Tänzer... :D ), meine Frau noch immer, selbst beim einfachen Fox, auf die Füße. Bei "offener Tanzweise" stellt sie sich geschmeidiger an.
Als Einzeltänzer wird bei den Dorffesten wohl der (offenbar angeborene) Isaan-Rythmus akzeptabel auf auf die Straße gebracht, aber meist auch nur nach entsprechendem "Vorheizen".. :!! Dies ist gütig für jung und junggebliebene Alte..!
Persönlich liebe ich diese Isaan-Musik und wir habe bereits für den nächsten Besuch (eine Feier steht an.. :ymparty: ) eine 6er Kapelle (mit Tänzerinnen) angagiert. Bin mir sicher der Spassefekt wird riesig... :D

Gruß Marburger
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thedi
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Re: Unser Leben im Dorf

#14

Beitrag von thedi »

thaithom hat geschrieben:Bei eigentlichen Tempelfesten wie eben Big Buddha Days wird es kaum Musik und Tanz geben.
Ich nehme an dass es sich um ein Boon Kratin handelte. Da kann es durchaus Musik, Tanz, Open Air Kino usw. haben. Je nach dem was die Organisatoren eben investieren. Dieses Jahr wegen der Staatstrauer aber nicht.

Boon Kratin ist ein Fest bei dem den Mönchen neue Roben gegeben werden. Aber das ist nur der offizielle Anlass. Die Tradition ist alt, wurde aber vor allem durch den König Bhumipol wieder stark belebt. Er machte das Fest eine Zeit lang mit einer Prozession seiner berühmten Boote zu Wat Arun wieder sehr populär.

Boon Kratin kann nur in einem kurzen Zeitfenster gemacht werden: von Ook Pansaa bis zum nächsten Vollmond. Jeder Tempel darf nur einmal im Jahr ein Boon Kratin bekommen. Bei grossen Tempeln gibt es für möchtegern Sponsoren Wartelisten für mehrere Jahre im voraus.

Wenn es einen Sponsor gibt, dann bezahlt sich der dumm und dämlich - aus Sicht der Thais: er baut sich gewaltig face auf. Das kostet auch in einem kleinen Dorf weit über 100'000 Baht. Der Tempel wird geschmückt. Alle Gäste werden verköstigt - und das mehrere Tage lang schon vorher alle die helfen. Alkohol fliesst in Strömen. Dafür darf der Sponsor dann auch bei der Prozession durchs Dorf in den vordersten Reihen auf einem Pickup mit.

Die Prozession ist eine grosse Sache. Natürlich hat es eine Musik. Das Volk tanzt. An der Spitze geht ein würdiger alter Herr mit einem grossen Besen. Damit wischt er symbolisch die Strasse. Die Strasse wurde mit Strohmatten ausgelegt. Dann kommen die Mönche auf einem Pickup, gefolgt vom Sponsor zusammen mit dem Baum voller Banknoten auf einem Pickup, gefolgt vom tanzenden Fussvolk (sehr traditionell, mit Seiden-Sarong gekleidet, Männer im besten Dress), dann die Musik auf einem Lastwagen mit viel Lautsprechern und den Schluss bilden die Besoffenen.

Ohne Sponsor muss natürlich alles etwas reduziert werden. Also oft keine Prozession und wo möglich nicht einmal eine Life Musik, nur Konserve.


Falls Farang angefragt wird, ob er Boon Kratin das nächste Jahr übernehmen möchte, dann empfiehlt es sich höflich, aber bestimmt, abzulehnen.

Mit freundlichen Grüssen

Thedi
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