Hallo zusammen
Im Augenblick stöbere ich in meinen tausenden von Fotos. Bis zu meinem nächsten Aufenthalt in TH ab 18.01.26 habe ich deshalb noch etwas Zeit und Lust einiges zu Berichten.
Ein weiteres Erlebnis in Thailand.
Immer wenn ich in Patty abgeholt werde machen wir bei der Heimfahrt einen Umweg via Chanthaburi. Ein Bruder von Pookie ist auf einer Gung Farm in Chanthaburi angestellt.
Er betreut mit seiner Frau mehrere Becken mit Crevetten. Das heisst, dass er für alles zuständig ist. Sein Chef organisiert nur die Besetzung mit Jungtieren und den Futter Einkauf. Er (Bruder und seine Frau) die Beiden Füttern alle 2-3 Stunden die Gung’s mit Futter. Er repariert alles aber auch alles was zu reparieren ist. Die Stromversorgung, die Elektromotoren, die Sicherheit, die Ernte beziehungsweise das Ausfischen. Ein Mann für Mögliches und Unmögliches das so kommen kann.
Gung Farmen in dieser Gegend haben eine Grösse von ca. 2000 – 3000m2. Meinem Empfinden nach sind es Hunderte in der Nähe der Küste.

Gung wird in solchen Becken mit Meerwasser aufgezogen und müssen täglich mehrmals gefüttert werden. Das Wasser wird den gesamten Tag und auch in der Nacht belüftet. Diese muss immer laufen. Mehrere Stunden ohne Belüftung und die Gung’s nehmen Schaden.
Die Wetterbedingungen sind sehr wichtig. Allzu oft regnete es zu viel oder es ist zu kühl. Bei Beiden Vorkommnissen nehmen die Gung’s keine Nahrung auf und wachsen deshalb nicht optimal.
Wenn alles gut läuft, wird Entschieden wann die Ernte/das Ausfischen gestartet wird. Dazu benötigt man eine grosse Crew von ca. 10-15 Männer beim Teich und eine Firma die die Ware aufkauft.
Hier arbeitet jeder «Farmer» immer mit der gleichen Firma zusammen. Diese Firmen liefern auch die Brut zum Neustart, das Futter und die Crew für die Ernte.
Zuerst wird das Wasser mit grossen Pumpen herausgepumpt. Dieses Wasser fliesst durch grosse Leitungen ins Meer zurück.

Wenn nach Stunden die Teiche bereit sind werden die Gung’s mittel Netzten und viel Handarbeit rausgefischt. Hier ist alles Handarbeit. Wasserscheu sollte man hier bei dieser Arbeit nicht sein.
Der Tageslohn dieser Arbeiter beträgt ca. 400 Baht inkl. Verpflegung und genügend M100 für die Stärkung.

Mehrere Male wird das Netz durch das Wasser gezogen. Gegen Ende wird noch versucht die Restlichen von Hand aufzulesen.

Auf jeder Fahrt werden ca. 800-1000kg zu der Verarbeitung und Kontrolle gebracht. Auf einem Parkplatz in der Nähe warten 2 Kühl LKW und ein Zelt. Die Ware wird sortiert nach Grösse und in Styropor Boxen mit viel Eis verpackt.

Auch hier arbeiten weitere 20-25 Personen.
Gegen Abend ist fast alles Wasser weg und 95% der Gung’s sind ausgefischt.
Bei einem 2 Rai grossen Teich können mehrere tausend kg geerntet werden.
Für den Erfolg oder Misserfolg ist es wichtig, dass die Gung’s gross genug, nicht krank und natürlich lebendig abgeliefert werden. Ab und zu müssen die Besitzer die Ernte aus diversen Gründen früher beginnen. Wetter, Temperatur, Wasserqualität usw. Die Gungs sind dann viel kleiner.
Je bessere Qualität und die Nachfrage auf dem Markt ist, entscheidet über den Preis.
Für 1 Kg werden so ab 100.00 Baht bis 170.00 Baht bezahlt.
Die Teiche werden danach repariert, gereinigt und ev. desinfiziert. Nach einigen Tagen unter der heissen Sonne beginnt alles wieder von vorne.

Auf einer Farm geht den Leuten die Arbeit nicht aus. Es werden dutzende von Elektromotoren benötigt. Diese sind dem Wetter ausgeliefert, die täglich kontrollieret und gewartet werden müssen. Defekte werden repariert oder bei Bedarf durch neue ersetzt. Neu kaufen kostet aber Geld. Woher die Farmer den Strom beziehen wollte ich einmal wissen. Sie erhalten den Strom vom Staat und bezahlen den natürlich immer prompt ohne Probleme………………oder er wird direkt ab Leitung abgezapft. Wo kein Kläger, kein Richter.

Ein Ersatzteillager hinter der Wohnhütte. Natürlich so wie es in Thailand üblich ist. Gut Sortiert, ordentlich gelagert und alle wissen was wo zu finden ist.

Beim letzten Mal ist ihr Bruder am morgen früh uns entgegengekommen. Er kam von einem nächtlichen Einsatz retour. Er und sein Chef haben verdächtiges festgestellt und sind sofort zu einem Teich der etwas abseits ist gefahren. Beide bewaffnet mit einem ich denke 50 Jahre alten Trommel Revolver. Sie haben jedoch niemand angetroffen. Leider wird viel gestohlen. Das heisst, in der Nacht werde mittels kleinen Netzes, oft hunderte von Kg herausgefischt.
Diese Gung’s werden dann von fliegenden Händlern direkt zu einem billigen Preis verkauft.

Sollte es die Freizeit ermöglichen geht der Bruder von Pookie in die Mangroven und holt sich einige Krabben. Diese isst er jedoch nicht. Die werden für uns kurz bevor wir kommen gefangen. Er selber beziehungsweise die meisten können See Food, Krabben, Fische, Tintenfische und Gung nicht mehr sehen. Er freut sich jedes Mal, wenn wir Ihm Isaan Food mitbringen. Auch bei einem Stück Fleisch oder Poulet sagt er nicht nein.
Hier werden beim Verkauf, sollte alles sehr gut klappen, Millionen von Baht umgesetzt. Wie hoch die Aufwendungen sind kann ich jedoch nicht sagen. Auf jeden Fall an den Lohnkosten kann es nicht liegen, dass der Besitzer kein Geld verdient. Ein Arbeitstag in dieser Farm wird mit einem Tageslohn von 200.00 Baht entschädigt. In den meisten Fällen wird jedoch ein Bonus von wenigen Prozenten den Mitarbeitern gewährt. So wie ich in Erfahrung gebracht habe sind es 2% vom Verkaufserlös.

Natürlich verbringen wir diese zwei Tage nicht nur auf der Farm. Die Beach in Laem Sadet ist auch hier sehr sauber. Das Wasser ist klar und im Küstenstreifen sieht man am Tag und vor allem in der Nacht viele Fischerbote.
In den wenigen Restaurants wird zum guten See Food in der Nacht auch noch eine Feuershow aufgeführt.
Nach zwei/drei Tagen geht es mit gefülltem Kofferraum zurück in den Isaan.
Im Austausch gegen Reis, Papaya, Mangos und weiteren Isaan Köstlichkeiten, erhalten wir Gung, Krabben, Tintenfische usw. Wir lieben See Food über alles.
Auf den Märkten in unserer Region kann man, wenn man will, See Food kaufen. Ich bin mir jedoch nicht ganz sicher ob die Ware wirklich genügen mit Eis gekühlt ist. Wir kommen ja so zwei Mal im Jahr an diese Köstlichkeiten.
Grüsse
Daniel