Stromversorung auf dem Land

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Stromversorung auf dem Land

Beitragvon grunder9 » Do 12. Jun 2014, 04:30

Mich würde interessieren ob andere Member die auf dem Lande wohnen auch mit vielen Stromausfällen zu tun haben. Oder ob wir diesbezüglich hier in einer besonderen Ecke wohnen.
Die meisten Stromausfälle haben wir zu Beginn des Monuns. Also jetzt. Seit Anfang Juni sind es nun insgesamt schon 15 Stunden. Die Probleme sind immer die gleichen. Anstatt in der Trockenzeit mal die Leitungstrasses frei zu schneiden, schief stehende Strommasten zu richten oder zu ersetzen, wartet man auf den Monsun wo dann Sturm, Regen und nasse Böden die Problemstellen schnell aufzeigen. Natürlich sind dann die nötigen Reparaturen um einges aufwändiger und teurer als wenn man das präventiv gemacht hätte. Echter "Thai-Lari-Fari" eben. Dass bei den Stromausfällen Orte und Dörfer während Stunden ohne Strom sind und dadurch auch wirtschaftliche Einbussen entstehen, interessiert ausser den Geschädigten wohl niemand, am wenigsten die Verantwortlichen.
Was mir zu denken gibt ist, dass sich die Situation anstatt zu bessern, von Jahr zu Jahr eher verschlechtert.
Freundliche Grüsse
grunder
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Re: Stromversorung auf dem Land

Beitragvon Samuel » Do 12. Jun 2014, 04:49

Ich kann Deinen Ärger sehr gut verstehen.
In DACH sind Stromausfälle die absolute Ausnahme.
Hier in Thailand (Udon Thani) gehören sie zum Leben dazu.
Es regt sich keiner auf, nur die Falangs.

Ob es, bezogen auf Deinen Thread-Titel, einen Unterschied zwischen Stadt und Land gibt, denke ich eigentlich nicht.
Das Stromversorgungsnetz in Udon Thani zu sanieren und auf europ. Niveau anzuheben, ist meines Erachtens eine Jahrhundertaufgabe.
Das würde nur Sinn machen, wenn zeitgleich die Kanalisation ebenfalls modernisiert würde.
Abhilfe schaffen könnte im privaten Bereich eine Art Selbstversorgung mit Solarzellen. Ist aber wohl noch zu teuer.
Versuch das Problem möglichst entspannt zu sehen:
  • möglichst wenig im Kühlschrank lagern
  • möglichst wenig in der Tiefkühltruhe lagern
  • jeder Stromunterbruch wirkt sich positiv auf die Stromrechnung aus
  • beim arbeiten am PC häufig Daten zwischenspeichern oder eine USV anschaffen
:)
Gruss au Udon Thani
Samuel
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Re: Stromversorung auf dem Land

Beitragvon rampo » Do 12. Jun 2014, 05:04

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26 000 Baht .

Und es funkt alles , aberein Diesel solte es schon sein .

Fg.
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Re: Stromversorung auf dem Land

Beitragvon Vansana » Do 12. Jun 2014, 05:31

Wir hatten jahrelang kein Problem mit Stromausfällen, da wir sehr nahe an der Hauptleitung vom Kraftwerk sind. Das hat sich nun leider geändert, das Netz wurde aufgetrennt und wir sind nun quasi die letzten vom neuen Namteung Kraftwerk.

genau wie Gunder beschrieben hat haben wir nun speziell bei Beginn des Monsuns fast tagtäglich Stromausfälle.

einerseits sind natürlich die Hauptleitung betroffen andererseits wie wird diese ganzen illegalen Leitungen die hier gezogen werden.

die einfachste Lösung wäre halt ein kleiner Stromerzeuger in meinem Fall wer mir Diesel sehr lieb.

Die elegante Lösung natürlich wäre ein sogenanntes Hybrid solar system.
ich würde den Strom den täglich erzeugen verwenden um entsprechende Akku zu laden wenn die Akkus voll sind Speise ich in das Netz ein.
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Re: Stromversorung auf dem Land

Beitragvon Michaleo » Do 12. Jun 2014, 06:41

grunder9 hat geschrieben:Mich würde interessieren ob andere Member die auf dem Lande wohnen auch mit vielen Stromausfällen zu tun haben.


Ja, wir haben oft Stromausfall, meistens zwischen 20 und 21 Uhr.
Meine Frau sagt, dass die Gemeinde so Strom spart.
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Re: Stromversorung auf dem Land

Beitragvon Caveman » Do 12. Jun 2014, 11:40

Samuel hat geschrieben:[list][*]möglichst wenig im Kühlschrank lagern
[*]möglichst wenig in der Tiefkühltruhe lagern


Ich mache es genau umgekehrt. Je voller die Dinger sind, desto mehr "Eigenkaelte" ist vorhanden und entsprechend laenger darf dann auch der Stromausfall dauern. Sind sie hingegen nur halbvoll oder noch leerer, wird's innen sehr viel schneller warm und es verdirbt schneller.

Grundsaetzlich habe ich mit Kuehlgut aber waehrend der Stromausfaelle kein Problem. Der laengste dauerte mal 16 Stunden. In der (rappelvollen) Kuehltruhe ist nichts verdorben, aus dem Kuehlschrank habe ich dann aber vorsichtshalber ein paar besonders empfindliche Lebensmittel weggeschmissen.

Natuerlich gibt es eine strenge Regel, an die sich alle halten muessen: Kuhlschrank und Freezer bleiben absolut zu, wenn kein Strom da ist! Keiner darf sich dann irgendwas raus nehmen oder rein stellen. Daran halten sich bei uns aber alle.

Fuer mein Bier und andere Getraenke (plus ein paar Sachen, die auch nicht besonders empfindlich sind) haben wir nen zweiten Kuehlschrank. Der darf dann auch mal kurz geoeffnet werden. Kalte Getraenke gibt's somit auch bei Stromausfall.

Stromausfaelle gehoeren zum ganz normalen Alltag. Meist nur sehr kurz (oft nur ne Sekunde bis zu ner halben Minute), manchmal aber auch laenger und ein paar Mal im Jahr auch mehrere Stunden.

Ursache fuer laengere Stromausfaelle sind natuerlich meist irgendwelche externen Defekte an Leitungen oder Transformatoren. Diese treten natuerlich zu Beginn der Regenzeit sehr viel haeufiger auf als sonst. Oft wird der Strom aber auch waehrend starker Gewitter aus Sicherheitsgruenden ne Stunde oder zwei abgestellt.

Gruss
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Re: Stromversorung auf dem Land

Beitragvon grunder9 » Do 12. Jun 2014, 12:21

Danke für die Antworten. Es scheint also weitverbreitet Probleme mit der Stromversorgung zu geben.
Natürlich habe ich ein USV vor dem PC und auch ein Stromgenerator mit 6kVA Leistung wird bei einem länger andauernden Stromausfall zum laufen gebracht. Was auch nötig ist. Den Stromausfälle bei uns können auch mal länger als 24 Stunden dauern. Also behalte ich auch dann mit A/C einen kühlen Kopf. Die Probleme mit der Stromversorgung war ich mir nämlich schon bewusst, als wir hierher zogen. Insofern hält sich auch mein Ärger in Grenzen. Ich staune nur, dass eher eine Verschlechterung der Situation, anstatt Verbesserung stattfand.
Es ist nämlich nicht so, dass sich die Thais nicht über Stromausfälle ärgern. Früher waren wir meist die ersten und einzigen die einen Stromausfall gemeldet haben. Heute hört meine Frau oft, dass schon viele Leute angerufen hätten.
Freundliche Grüsse
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Re: Stromversorung auf dem Land

Beitragvon Derk » Sa 14. Jun 2014, 00:43

Caveman hat geschrieben:
Samuel hat geschrieben:[list][*]möglichst wenig im Kühlschrank lagern
[*]möglichst wenig in der Tiefkühltruhe lagern


Ich mache es genau umgekehrt. Je voller die Dinger sind, desto mehr "Eigenkaelte" ist vorhanden und entsprechend laenger darf dann auch der Stromausfall dauern. Sind sie hingegen nur halbvoll oder noch leerer, wird's innen sehr viel schneller warm und es verdirbt schneller.


So, und nicht anders!

grunder9 hat geschrieben:Ich staune nur, dass eher eine Verschlechterung der Situation, anstatt Verbesserung stattfand.


Das liegt nur daran dass am gleich schlechten Netz jetzt immer mehr stark saugende Geräte hängen.
Früher war es ein Radio und ein Fernseher, heute sind es Klima, Kühlschrank, 2 x Fernseher, 3 x Stereo und etliche Padloms...

Bye,
Derk
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Re: Stromversorung auf dem Land

Beitragvon thedi » Sa 14. Jun 2014, 01:32

Derk hat geschrieben:Das liegt nur daran dass am gleich schlechten Netz jetzt immer mehr stark saugende Geräte hängen.
Früher war es ein Radio und ein Fernseher, heute sind es Klima, Kühlschrank, 2 x Fernseher, 3 x Stereo und etliche Padloms...


Spannungsschwankungen sind der Tod für Elektromotoren.

Elektromotoren ziehen vor allem beim Anlaufen viel Strom aus dem Netz. Wenn sie die benötigte Spannung nicht bekommen, dreht der Motor nicht, wird aber trotzdem von Strom durchflossen. D.h. er wird heiss und brennt irgend wann einmal durch.

In Thailand werden ständig neue Häuser ans Netz angeschlossen - oder in bestehenden Gebäuden neu Elektrogeräte (Aircond) eingebaut, ohne dass die Basisinfrastruktur entsprechend ausgebaut wird. Dies führt dazu, dass vor allem am Abend die Spannung im Netz sinkt - statt 220V nur 200V, 190V ... bis runter auf 160V ist keine Seltenheit.

Wenn es weniger als 190 V sind, bekommen grössere Motoren, wie sie in Wasserpumpen oder Aircondition eingebaut sind, Mühe mit anlaufen. Man merkt das zuerst einmal daran, dass Neonröhren nicht mehr recht zünden, wenn ein grosser Verbraucher eingeschaltet wird werden Lichter kurz dunkler. Das sind erste Anzeichen - nun sollte man ein Auge und Ohr auf die Sache haben. Wenn die Wasserpumpe nur noch summt aber kein Wasser mehr fördert - oder die Aircond nur noch brummt aber nicht mehr kühlt, hat man nur noch wenige Minuten um das Gerät vom Netz zu nehmen, sonst stinkt es bald nach verbrannter Isolation.

Wenn das nicht befriedigt - weil man z.B. trotzdem duschen möchte oder ein gekühltes Schlafzimmer haben möchte, ist ein AVR die Lösung:


Ein AVR funktioniert wie ein Trafo: er nimmt eine beliebige Spannung zwischen 150V und 250V am Eingang und macht darauf 220V. Je tiefer die Spannung am Eingang, desto mehr Ampere muss er aus der Leitung ziehen. Das ist in der Regel möglich. Wenn nicht, schaltet er ab und man sitzt im Dunkeln.

AVR.jpg
AVR 10'000 W, 30 kg, 40'000 Baht
AVR.jpg (92.43 KiB) 1095-mal betrachtet


Ein typischer Hausanschluss ist für 15A ausgelegt. Das entspricht 3300W. Die 15A sind als Dauerbelastung gedacht - man darf aber auch mal kurz etwas mehr ziehen: bis zum Dreifachen, also 45A oder 10'000 W (auch VA genannt). Wenn man mehr ziehen würde, würde beim Zähler eine Sicherung durchbrennen.

Der AVR kommt also gleich nach dem Hauptschalter bei der Zuleitung zum Haus. Allenfalls kann man ein ungeregeltes Netz für Elektroherd, Warmwasserdusche etc, ev. Notbeleuchtung vorsehen. Dinge bei denen die Spannung keine grosse Rolle spielt. Alles andere kommt aber hinter den AVR, insbesondere alles was einen Motor enthält.

Ein AVR ist also keine Notstromgruppe, sondern lediglich ein Gerät, das dafür sorgt, dass im Haus-Netz 220V fliessen - sofern Strom kommt. Entweder 220 V oder nichts. So gehen teure Geräte nicht kaputt.

Hier noch den Front Pannel von meinem Gerät. Es läuft seit über einem Jahr problemlos. seither keine Probleme mehr mit durchgebrannten Motoren oder Neonröhren die nicht sofort zünden. Gekauft in einem Musikgeschäft - die mit den ganz grossen Anlagen - in Khon Kaen, an der Klang Muang Road, am nördlichen Ende, also noch etwas weiter nördlich als das Roma Hotel:

AVR_front.jpg
Silicon SA-10'000VA ist die passende Schuhnummer für ein Farang Haus im Isaan
AVR_front.jpg (79.2 KiB) 1095-mal betrachtet



Ventilatoren laufen übrigends auch mit weniger Spannung: sie drehen dann einfach langsamer. Man schaltet auf Nummer 4 statt 1 und hat wieder kühlen Wind. Auch TV laufen mit weniger Spannung normal. Die interne Logik läuft mit 5V (oder weniger) Gleichstrom. Im TV hat es also sowieso ein Netzgerät das aus dem was rein kommt den intern benötigten Strom herstellt. Moderne Netzgeräte kommen mit allen gängigen Stromnetzen klar - 110V bis 250V und 50 oder 60 Hz. So auch Ladengeräte für Handy etc.

Man lasse sich aber dadurch nicht täuschen: Elektromotoren die eine grössere Leistung erbringen müssen sind auf eine passende Spannung angewiesen. Das sind vor allem Wasserpumpen und Aircondition Kompressoren (aussen Unit). Beide schalten typischerweise automatisch ein und aus - und neigen dazu durchzubrennen, wenn sie den nötigen Anlaufstrom nicht bekommen.


Mit freundlichen Grüssen

Thedi
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Re: Stromversorung auf dem Land

Beitragvon grunder9 » Sa 14. Jun 2014, 03:06

Derk hat geschrieben:Das liegt nur daran dass am gleich schlechten Netz jetzt immer mehr stark saugende Geräte hängen.
Früher war es ein Radio und ein Fernseher, heute sind es Klima, Kühlschrank, 2 x Fernseher, 3 x Stereo und etliche Padloms...
Bye,
Derk


Das ist bei uns eher nicht der Fall. Denn die meisten Stromausfälle bei uns kommen im Zusammenhang mit Sturm, Gewitter und Regen vor. Eben auch dann wenn die Belastung des Netztes minmal ist. Aber für grössere Orte und Städte dürfte die Zunahme an elektrischen Geräten schon eine Rolle spielen.
Freundliche Grüsse
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