SARS-CoV-2/COVID-19

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tom
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#3391

Beitrag von tom »

Für mich bekommt die AfD in Deutschland viel zu viel Aufmerksamkeit. In der Schweiz lässt die ganze Bearbeitung der Krise ja auch viele Fragen offen. Sehr gut finde ich die heutige Stellungnahme der neuen SP-PräsidentInnen Mattea Meyer und Cédric Wermuth:
Der viel beschworene «Trade Off» zwischen Wirtschaft und öffentlicher Gesundheit sei gar keiner, sagen die SP-Chefs

NZZ Neue Zürcher Zeitung-Inlandchefin Christina Neuhaus empört sich in einem Kommentar darüber, dass die SP Schweiz die verharmlosende und gleichgültige Haltung bürgerlicher Politiker gegenüber den inzwischen Tausenden Corona-Toten öffentlich kritisiert. Es sei «infam», solche Aussagen anzuprangern.

Diese Empörung entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Ist es doch gerade die NZZ, die sich in jeder zweiten Ausgabe über die «Political Correctness» und die angebliche «Cancel Culture» echauffiert, die es angeblich rechtschaffenen Bürgern verunmögliche, ihre Meinung über People of Color, Homosexuelle oder die Emanzipation der Frau noch offen sagen zu dürfen. Auf diesen Standpunkt kann man sich stellen. Es ist allerdings eher befremdend, wenn die politische Korrektheit genau dann eingefordert wird, wenn es um die Bekämpfung einer Jahrhundertpandemie mit Tausenden von Toten geht. Warum soll man genau jetzt Wahrheit und Verantwortung nicht benennen dürfen?

Fakt ist erstens, dass eine Mehrheit von Politikerinnen und Politikern im Parlament in Bern alles unternommen hat, um die jetzt ergriffenen Massnahmen hinauszuzögern oder gar zu verhindern. Die bürgerliche Mehrheit in der Gesundheitskommission forderte den Bundesrat in der Wintersession zweimal unmissverständlich zur Zurückhaltung auf. Die gleiche Mehrheit aus FDP, SVP und Teilen der CVP drückte in einem fragwürdigen Verfahren eine sogenannte Erklärung durch die Wirtschaftskommission und den Nationalrat. Darin verlangte sie den Verzicht auf Einschränkungen in den Skigebieten und wollte sogar den Prozentsatz der zulässigen Kapazitätsbeschränkungen in Gondeln regeln.

Unbeeindruckt von den eindringlichen und beängstigenden Hilferufen von mehreren Chefärztinnen und Chefärzten sowie und Spitaldirektorinnen und -direktoren schrieben über 50 Mitglieder von SVP, FDP und CVP noch am Mittwoch der vergangenen Woche einen gemeinsamen Brief an den Bundesrat. Inhalt: Der Bundesrat solle weiter abwarten und keine weiteren Entscheide fällen. Der Initiator des Briefes und Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes, CVP-Nationalrat Fabio Regazzi, liess sich in einer Tageszeitung mit den Worten zitieren, es sei «inakzeptabel», dass die Epidemiologinnen, Ärzte und Ökonominnen der Task Force es wagten, mit wissenschaftlichen Fakten Druck auf den Bundesrat auszuüben. Zu guter Letzt haben rechts regierte Kantone wie der Aargau oder St. Gallen die Situation in den letzten Wochen nicht einfach falsch eingeschätzt und deshalb auf jegliche Reaktion verzichtet, sondern bewusst entschieden, aktiv nichts zu tun - bis es zu spät war.

Fakt bleibt zweitens, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse eindeutig sind. Die Pandemie lässt sich ohne entschiedenes Handeln der Politik und ohne harte Massnahmen nicht in den Griff bekommen. Gerade die letzten Wochen zeigen, dass der viel beschworene «Trade Off» zwischen Wirtschaft und öffentlicher Gesundheit gar keiner ist. Es ist vielmehr eine ideologische Denkblockade. Es darf offenbar einfach nicht sein, dass es Probleme gibt, die die unsichtbare Hand des freien Marktes nicht von alleine löst. Aber Nichtstun bedeutet unweigerlich steigende oder auf hohem Niveau stagnierende Fallzahlen, entsprechende Überlastung des Gesundheitspersonals und täglich über hundert Menschen, die am Virus sterben. Mit ihnen sind Zehntausende von Angehörigen betroffen.

In einem Punkt hat die NZZ selbstverständlich Recht: Die Einschränkungen gehen weit, und sie gefährden die wirtschaftliche Existenz ganzer Branchen, allen voran der Gastrobetriebe und der Kultur. Was der Bundesrat mit den aktuellen Massnahmen tut, ist in seiner Wirkung mit einer (Teil-)Enteignung der Betriebe gleichzusetzen. Das ist auch in einer liberalen Eigentumsordnung möglich, wenn das überwiegende öffentliche Interesse nachgewiesen werden kann. Und dieses liegt mit der Bekämpfung der Pandemie vor. Dann müssen die Massnahmen allerdings auch die entsprechenden Entschädigungsleistungen nach sich ziehen. Art. 26 der Bundesverfassung hält fest, dass «Enteignungen und Eigentumsbeschränkungen, die einer Enteignung gleichkommen [...] voll entschädigt» werden.

Man kann sich also nicht einfach auf den Standpunkt stellen, man könne und solle maximal ein paar Härtefälle unterstützen. Genau das ist aber die Haltung der Mehrheit in Bundesrat und Parlament. Wenn der Staat Einkommen und Arbeit verbietet, muss er die Betroffenen vollumfänglich entschädigen. Genau das hat die SP in den vergangenen Monaten und Wochen verlangt. Doch genau jene politischen Kräfte, die sich gegen weitere Einschränkungen wehren, haben vollwertige Entschädigungen für die betroffenen Betriebe mehrfach abgelehnt und verhindert. Es schien einer Mehrheit wichtiger, das ideologische Hirngespinst des «Seuchensozialismus» abzuwehren als den betroffenen Menschen und Unternehmen zu helfen. Empört sich da die NZZ auch?

Mattea Meyer, Cédric Wermuth

Dieser Kommentar wurde am 21.12.20 auf nzz.ch aufgeschaltet.
Passend dazu ein Bericht über Finnland:

https://www.bluewin.ch/de/news/internat ... 06911.html

Finnland hat eine junge sozialdemokratische Präsidentin und die Regierung ist feminin und links. Zufall dass die es im Griff haben?

Bild

Bildquelle und einen guten Bericht über die Regierung Finnlands gibt es hier:

https://www.dw.com/de/finnlands-regieru ... a-51607118

Je mehr man darüber liest wie sich Menschen in Europa für die Eindämmung des Virus persönlich einsetzen, je mehr stellt man fest dass es überall dort funktioniert, wo die Menschen keine Existenzängste bekommen weil sie zuhause bleiben müssen oder es dem Arbeitgeber nicht mehr gut geht. Der Sozialstaat sorgt dafür, dass die Menschen mitziehen. Von dem her gesehen bin ich schon auch der Meinung, je rechter je schlechter....

Gruss Tom

Kurt Singer
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#3392

Beitrag von Kurt Singer »

tom hat geschrieben:
Mo 21. Dez 2020, 19:03
Für mich bekommt die AfD in Deutschland viel zu viel Aufmerksamkeit. In der Schweiz lässt die ganze Bearbeitung der Krise ja auch viele Fragen offen.
Das hängt auch damit zusammen, dass man in Deutschland immer noch mit der Aufarbeitung dessen zu tun hat, wofür die AfD steht. Seit September 2019 darf man einzelne Personen, insbesondere Höcke, offiziell als Faschisten bezeichnen.
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Adi
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#3393

Beitrag von Adi »

tom hat geschrieben:
Mo 21. Dez 2020, 19:03
Passend dazu ein Bericht über Finnland:

https://www.bluewin.ch/de/news/internat ... 06911.html
Aus diesem Beitrag:
Ausserdem, so erklären Experten weiter, seien klare Richtlinien und die Bereitschaft der Bevölkerung, diesen zu folgen, der Schlüssel zum Erfolg.
Das ist m.E. eine sehr wichtige Aussage, die auch voll meiner Meinung entspricht. Also das Gegenteil von viele schauen egoistisch nur für sich selber. Und neben einer Gesellschaft die aktiv mitmacht, braucht es natürlich auch, dass keine finanziellen Ängste aufkommen, daher auch der folgende Ausschnitt der das ganze unterstützt.
Damit die Menschen im Falle einer Ansteckung oder eines Kontakts mit einer infizierten Person zu Hause bleiben und sich isolieren konnten, wurden sie vom Staat wirtschaftlich unterstützt. Tausende, die dem Coronavirus ausgesetzt waren, konnten daheim bleiben, da die Regierung ihre finanziellen Verluste kompensierte.
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ZH-thai-fun
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#3394

Beitrag von ZH-thai-fun »

tom hat geschrieben:
Mo 21. Dez 2020, 19:03
Für mich bekommt die AfD in Deutschland viel zu viel Aufmerksamkeit.
Das ist wie bei allen Rechts-Parteien die "Schmierseife" (sieht aus wie Honig) auf dem Brot. Medien benutzen um Wahr'genommen zu werden, weil meist Unwahrheit proklamiert werden muss um oppositionell aufzufallen. :^o
In meinem Kopf ist "Potpurri" ... :-H
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tom
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#3395

Beitrag von tom »

Adi hat geschrieben:Das ist m.E. eine sehr wichtige Aussage, die auch voll meiner Meinung entspricht.
Für mich ist das der wichtigste Aspekt, deshalb zog ich auch den Bogen zu Meyer/Wermuth's Aussagen. Und nebst dem dass Menschen dann keine Existenzängste haben, so ächtet es dann noch umso mehr diejenigen welche sich trotz finanzieller Sicherheit nicht an die Massnahmen halten.

Die finanzielle Absicherung stellt zudem sicher, dass auch kurzfristige Massnahmen in einem frühen Stadium möglich und akzeptabel sind.

Gruss Tom

Werner
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#3396

Beitrag von Werner »

Finnland

Ich denke ihr braucht da mal eine Einführung in die Mentalität der Finnen.

Am Abend macht einer ein Feuer. Dann kommen die Nachbarn: "JO". Sie bringen ihr eigenes Bier mit. Dann hört man wieder ein "Jo" und dann nach vier Stunden gehen die wieder mit einem Gruß, "JO Jo". Und am nächsten Tag erzählen sie dass sie sich super gut unterhalten haben. "Jo" Wie soll man sich denn da anstecken wenn man nicht einmal miteinander spricht, keine Getränke austauscht, sich nicht näher kommt weil man den ganzen Abend auf dem selbem Baumstumpf hockt und ins Feuer schaut. "Jo". Völlig klar, dass sich da keiner ansteckt. Und die Paarung gibt es sicher nur ein Mal im Jahr nur zur Mittsommerwende.

Derzeit ist es dort total dunkel, in Finnland. Helsinki hat 9:30 den Sonnenaufgang und 15:15 Untergang, also nicht einmal 6 Stunden schräges Licht, weiter oben ist nix mit Licht und Sonne, da bleibt man zu Hause. Ein Kollege war dort oben auf Montage, es war grauenvoll sagt er.

Also eine völlig andere Mentalität als hier

Sanukshg
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#3397

Beitrag von Sanukshg »

Ist doch schön das man die AfD Trump und Putin hat.
Die Kehrseite in NRW gibt es Hochburgen mit Corona wo die Sozialdemokraten führen oder in Bayern die CSU .
Jetzt gibt es auch im Grünen Paradeländle viele Corona infizierte.
Oder Berlin das RRG regiert wird da ist jetzt bestimmt auch die AfD dran Schuld.
Ich sage es noch immer wenn man krank ist dann fängt es vom Kopf her an, oder der faule Fisch stinkt vom Kopf.
Gruß aus Pluak Daeng
Ernst

Dauwing
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#3398

Beitrag von Dauwing »

die AFD hat sich in Teilen zum Glück eher auf die Rolle von Corona-Zweiflern festgelegt,
als in der Rolle derjenigen,
die sich aktuell darüber beklagen, dass deutsche Impfstoffzuteilungen in Israel landen könnten,
um eine alte deutsche Schuld zu lindern.

Was bei der BioNTech/Pfizer Studie auffällt,

In den Unterlagen zum Impfprogramm ist ausgewiesen, dass in den „BNT162b2“-Studien

0,63 Prozent der Teilnehmer der Impfgruppe

und 0,51 Prozent in der Placebogruppe mögliche allergische Reaktionen gemeldet hätten.
https://www.aerztezeitung.de/Nachrichte ... 15495.html

also,
Allergische Reaktionen bei jedem tausendsten Impfling?

5 von tausend hätten eine allergische Reaktion, egal, ob sie einen Impfstoff, oder ein Placebo bekommen,

soll heissen,
bei 100.000 Geimpften, hätte man 500 Personen, die potentiell an dem Risiko eines anaphylaktischen Schocks sterben könnten,

aber das Irre,
das gilt auch für eine theoretische Placeboverabreichung, wo also auch 500 Personen eine messbare, zum Teil lebensgefährliche allergische Reaktionen bekommen würden, aufgrund eines Placebos, also einer Wahnvorstellung.


Weiter fällt in der Diskussion auf,
warum redet man nicht öffentlich an einer drastischen Ausweitung der Produktionskapazitäten des Impfstoffes,
wenn es bis zu 2 Jahre aktuell dauern könnte, bis man alle Impfwilligen geimpft hat,
ist eine Diskussion über die Impfunwilligen doch unangebracht,
viel wichtiger wäre die Frage, den Impfstoff in wesentlich grösseren Einheiten zu produzieren.

Man sollte daher auf eine möglichst schnelle Lizenzvergabe in der Produktion dringen, damit eine Impfung der Impfwilligen zB nach 6 Monaten abgeschlossen werden könnte.

Kurt
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#3399

Beitrag von Kurt »

Werner hat geschrieben:
Mo 21. Dez 2020, 22:00
Finnland

Ich denke ihr braucht da mal eine Einführung in die Mentalität der Finnen.

Derzeit ist es dort total dunkel, in Finnland. Helsinki hat 9:30 den Sonnenaufgang und 15:15 Untergang, also nicht einmal 6 Stunden schräges Licht, weiter oben ist nix mit Licht und Sonne, da bleibt man zu Hause. Ein Kollege war dort oben auf Montage, es war grauenvoll sagt er.

Also eine völlig andere Mentalität als hier
Wie heisst "Sonnenuntergang" auf Finnisch ? :(
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Michaleo
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#3400

Beitrag von Michaleo »

Kurt hat geschrieben:
Di 22. Dez 2020, 08:37
Wie heisst "Sonnenuntergang" auf Finnisch?
Helsinki. :D
Freundliche Grüsse :)
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