Wow, schon über zwei Monate wieder in den Bergen. Das heisst, in dreieinhalb Monaten gehts schon wieder Richtung Pattaya.

Ich freue mich schon während ich mich bemühe, das Hier und Jetzt nicht ganz zu ignorieren ;)
DAS habe ich 6 Monate getrieben
Es ist wie es ist: Wenn man behindert ist, kann man das nicht einfach zuhause lassen. So habe habe ich versucht zu überleben, wie ich das auch in der Schweiz praktiziere. Dank günstiger Preise bei den Dienstleistungen wie Putzen, Waschen, auswärts Essen konnte ich mich im Bereich der stupiden Selbstversorgung massiv entlasten. So blieb Energie übrig für Dinge, die Freude machen. Anfangs nutzte ich morgens rege den Pool zum Schwimmen, stretchen und faulenzen. Das empfand ich zwar genauso stupid wie putzen, waschen und kochen, aber ich hatte mindestens mal eine Beschäftigung, die der Gesundheit dienen soll.
Da ich mir schon im Vorfeld Gedanken machte, wie ich meine Zeit sinnvoll mit Freude nutzen kann, hatte ich schon ein bisschen recherchiert. Ich liebe Katzen. Im Internet habe ich die Homepage von Paul von cats4you Pattaya gefunden. Durch ihn habe ich eine Thailänderin kennegelernt, die 150 Hunden und 40 Katzen von der Strasse einen Schutzraum bietet. Sie nimmt nur kranke und verunfallte Tiere auf. Ich habe sie dann regelmässig besucht und mich bei der Gelegenheit den Katzen etwas angenommen. Es ist eine Freundschaft entstanden. Thais haben allerdings andere Ansichten, wie Tiere artgerecht gehalten werden. Immer fehlt es an den nötigen finanziellen Mitteln und manchmal sicher auch an der Einstellung, wie man die Mittel effizient einsetzt.
In der Zeit meiner Besuche bei Meow ist unter den Katzen die Katzenseuche ausgebrochen. Alle Kitten sind mir unter der Hand weggestorben. Meow log mich an, was die Pflege der Tiere betraf, wenn ich nicht da war. Sie tat das, weil sie mit so vielen Tieren schlicht überfordert war, aber ihr Gesicht wahren wollte. Ich habe das in der Situation nicht so richtig begriffen. Jedenfalls habe ich mich nach zwei Monaten mit ihr total zerstritten, als eine Katze zwei Babys gebar. Ich konnte nicht verstehen, dass man der Kastration der Tiere keine Priorität einräumt. Die Kitten waren nur geboren, um zu sterben. Nach dem Streit ging ich nicht mehr hin. Ich wollte und konnte das nicht länger unterstützen. Für die Kitten gab es später übrigens ein HappyEnd. Sie leben heute zusammen mit der Mutter bei einer Deutschen Expad in Pattaya. <3
Am Tag, nachdem ich bei Meow meinen Abgang hatte, fühlte ich mich schlagartig ohne Lebensinhalt. Ohne Plan, wie es jetzt weitergehen soll, schaute ich in Google Maps, wie man mit dem Motorrad an die Phratumnak Beach kommt. Ich wollte diese Gegend mal erkunden, als ich noch zu Fuss unterwegs war und musste wegen der Schmerzen abbrechen. Also fuhr ich mit dem Motorrad an die Phratumnak Beach und ging zu Fuss weiter bis zur Promenade, wo es dann nur noch über die Felsen weiter dem Meer entlang geht. Ich setzte mich dort auf ein Bänklein und schon nach wenigen Minuten machts neben mir "Miau". Ich war richtig happy. Das Meer und sein Rauschen, der blaue Himmel, die Wärme und neben mir diese Schmusekatze. Was gibts Schöneres? Von diesem Tag an war ich morgens jeden Tag an der Phratumnak-Promenade anzutreffen - natürlich nicht ohne Futter. So habe ich nach und nach den ganzen Clan kennengelernt. Da ich jeden Morgen, etwa zur selben Zeit auf dem Platz war, ergaben sich nach und nach lose Kontakte mit Leuten verschiedenster Herkunft, die sich ebenfalls um diese Zeit an der Promenade aufhielten. Unter den obdachlosen Thais gab es welche, die relativ gut Englisch sprachen und total nett waren. Ausserdem habe ich dort Nee kennengelernt, die später meine Raumpflegerin und Freundin wurde. Wir halten losen Kontakt und ich freue mich, sie nächsten Winter wiederzusehen.
Es mag sich jetzt vielleicht der ein oder andere denken, dass es völlig unnötig ist, Strassenkatzen zu füttern und pflegen, weil sie sich dann noch mehr vermehren. Darüber habe ich mir auch Gedanken gemacht. Die Alternative bedeutet für die Tiere Hunger, Krankheit und unter Umständen langes Siechtum bis zum Tod. Ich habe mich deshalb für die humane Variante entschieden und werde bei meinem nächsten Aufenthalt die Katzen "meines" Hotspots kastrieren lassen. Ich hatte auch schon einen guten Tierarzt gefunden, der das zu einem fairen Preis macht, aber schlussendlich leider zuwenig Zeit, denn die Tiere müssen gesund sein und eine paar Tage nach der OP in Gefangenschaft gepflegt werden, bevor man sie wieder in die Freiheit entlassen kann. Unter meinen Bekanntschaften vom Meer befindet sich ein Schweizer, der mir bei sich zuhause einen Platz für ein paar Käfige zur Verfügung stellen würde. Aber das ist alles Zukunftsmusik. Ich habe keine Ahnung, wie sich alles entwickelt, bis ich wieder nach Pattaya reise.
Nach meiner frühmorgendlichen Mission am Büsi-Point machte ich mich auf den Heimweg, packte meine Strandtasche und machte mich auf den Weg zu Wim an der Dongtan-Beach. Siehe dazu auch mein Kapitel "Strandleben". Dort ass ich später auch mein Mittagessen, bevor ich mich auf den Heimweg machte für meinen obligaten Mittagsschlaf. Leider konnte ich am Strand auf den Liegebetten nicht schlafen, weil ich mit der Zeit fiese Druckstellenschmerzen bekam. Abends war dann variabel. Ich bin nicht besonders fit und unternehmungslustig am Abend. Oft blieb ich im Condo. Abendessen gabs im Poolrestaurant. Der Sonnenuntergang an der Promenade bei "meinen" Kätzchen vermochte mich manchmal auch abends aus dem Haus zu locken. Wenn ich Lust hatte, rauszugehen, suchte ich so einen Billiardschuppen auf oder war am Jomtien Night Market anzutreffen. Wegen der traumhaften Lage und kulinarisch war der Jomtien Night Market mein Favorit. Kulinarisch deshalb, weil ich dort fertig gerüsteten gemischten Salat kaufen konnte. Das alles klingt vielleicht für viele total langweilig. Aber für mich war es Leben pur. Hier in der Schweiz bin ich grösstenteils mit meiner Selbstversorgung beschäftigt, denn meine Mittel sind zu beschränkt um mir eine Haushalthilfe leisten zu können und täglich auswärts essen gehen zu können. Für viel mehr als meine Selbstversorgung reicht die Kraft einfach nicht. DAS ist langweilig.
Was hat mir besonders gefallen?
Das Wetter war Hammer. Es gibt nicht diese Temperaturschwankungen wie bei uns. Auch wenn die Sonne untergegangen ist, bleibt es angenehm warm. Morgens geht die Sonne auch im Winter relativ früh auf. Nachmittags, wenn es heiss werden kann, muss ich mich eh immer ein paar Stunden hinlegen. Das Klima harmoniert also perfekt mit meinem Biorhytmus. Ich musste während sechs Monaten nicht putzen, waschen und kochen. Diese Arbeiten konnte ich zu einem günstigen Preis abgeben. Putzen und Waschen klappte zwar nicht von Anfang an so, wie ich es brauche. Aber mit etwas Geduld und Spürsinn hat es schlussendlich perfekt geklappt. Wer übrigens in Pattaya eine zuverlässige und kompetente Raumpflegerin mit etwas Englischkenntnissen sucht, kann sich gerne an mich wenden. Allerdings verdient Nee bei mir etwas mehr als der Durchschnitt für ihre überdurchschnittliche Leistung.
Das wars.... In ein paar Monaten gibts dann "Farang-Guetzli in Pattaya 2.0". Na ja, vielleicht nicht Guetzli, denn zu den total Unerfahrenen muss ich mich dann nicht mehr zählen. Auch wenn ich das ein oder andere Lehrgeld bezahlt habe, habe ich es alles in allem nicht allzu schlecht bewältigt, zumal ich komplett allein reiste, niemanden in Pattaya kannte und keinen Einheimischen an meiner Seite hatte, der mich in schwierigen Situationen wenigstens in sprachlicher Hinsicht unterstützen konnte.
Mein Lieblingsplatz:

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Meine Lieblinge:

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Wieder zuhause:

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Man kann es nicht allen recht machen. Drum mach ich es wenigstens mir recht.