Ich erlaube mir eine kurze Stellungnahme zu Euren Fragen, wohlwissend, dass es sich hierbei nur um eine Momentaufnahme handelt und mein jetziger Aufenthalt noch zu kurz ist um Euch einigermassen umfassend zu informieren.
tom hat geschrieben: Ist es effektiv so, dass das Leben als Expat dort einfacher ist als in Thailand, Haempu? Sei es nun sprachbedingt (sprechen die Pinoys tatsächlich alle recht gut englisch?) oder religiös (über 80% der Bevölkerung sind Katholiken). Und wie wird eine thailändische Frau dort wahrgenommen? Vorurteilsmässig und so...?
Wo ist das Leben als Expat schon einfach

Ich glaube man muss diese Frage unterteilen und zwar in den Bereich Arbeit und den Bereich...sagen wir mal schön Neudeutsch: Life Balance. Meine Angaben sind daher mit Vorsicht zu geniessen, da diese keinen Anspruch auf Vollständigkeit geltend machen können. Auch mein Bezug zu Thailand und dem Isaan sind vermutlich einer neutralen Einschätzung nicht unbedingt förderlich. Im Bezug auf die Sprache haben die Pinoys jedoch gegenüber den Thais einen gewaltigen -ich würde fast sagen einen uneinholbaren- Vorsprung. In der Tat spricht hier jeder mehr oder weniger gutes, verständliches Englisch (ausgenommen vielleicht einige Minderheiten). In der Tat sind die Pinoys höchst religiös und der Kirchgang zu Sonntag ist ein Muss für viele. Jedoch ist es eben nicht der von uns -in unseren Breitengraden- vollzogende Katholizismus; hier in den Philippinen ist die Religion auch noch durchzogen mit heidnischen Eigenschaften (

)und Ritualen. Es bestehen keine missionarischen Tendenzen gegenüber Andersdenkenden (im Gegenteil: ein wichtiger Faktor sind auch die Protestanten); Vorbehalte werden jedoch unisono gegenüber den Muslimen gemacht (aufgrund der Problematik im Süden - Stichwort Mindanao). Thais werden prinzipiell als weit entfernte Verwandte betrachtet; der starke -obwohl natürlich unterschiedliche- Glaube und die soziale Denkweise (Grossfamilien) verbindet die beiden Nationalitäten. Gesichtsverlust ist auch hier ein absolutes "no-go" und kann zu starken Emotionen der Betroffenen führen. Meine holde Gattin fühlt sich hier "wie zu Hause", obwohl sich dies natürlich vorderhand über das Essen definiert (praktisch alles erhältlich wie in Thailand). Hingegen ist die philippinische Küche nicht jedermans Geschmack (zu fettig, zu deftig, zuviel Saucen und prinzipiell zu süss).
borussenbuddha hat geschrieben:Was mich interessiert, sind die Lebenshaltungskosten. Sind die tatsächlich auf den Philippinen deutlich geringer als In Thailand, so wie manchmal behauptet wird?
Davon ausgehend, dass ich denselben Lebensstandart beibehalten möchte, welchen ich in den letzten fünf Jahren in Bangkok geführt habe, muss ich Deine Frage mit "definitiv nein" beantworten. Ob dies auch für "up-country" gilt, kann ich zur Zeit noch nicht beurteilen. Gemäss Angaben und vom Hören sagen (lernt man ja bekanntlichermassen lügen) soll es jedoch ausserhalb der grossen Städte bedeutend günstiger sein (Nahrungsmittel, Transport, Kleider). Hingegen fehlt dann auch eine vollständige medizinische Versorgung.......welche immerhin in Thailand (und auch im Isaan) einigermassen (ja doch...) gewährleistet ist. Und ja, borussenbuddha, das San Miguel Pal Pilsen ist günstiger als das Singha und schmeckt auch besser .............dasselbe gilt auch für Crispy pata (Schweinshaxe).
In diesem Sinne............mein nächster Vergleich bezieht sich dann auf den Gerstensaft der beiden Länder....da muss ich doch gleich ins.......
