Der Plan steht. Ich hatte gestern ein Telefon mit meiner Cousine. Sie berichtete mir über das Ergebnis ihres Gesprächs mit der Dame auf der Gemeinde. Ja, der Gemeinde wo das Pflegeheim ist, nicht mit dem Pflegeheim. Ich kann mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Platz zum Datum meiner Rückkehr bekommen. Evtl. noch nicht in meinem definitiven Zimmer. Die Abklärung beim Zürcher Lighthouse ist noch offen. Ich bin etwas hin- und hergerissen, wo es besser wäre, wenn ich die Wahl habe. Zürcher Lighthouse ist das Durchschnittsalter der Bewohner vermutlich tiefer. In der Wohngemeinde meiner Cousine bin ich näher bei ihr. Sie kann mich öfter besuchen zum Zocken - oder ich sie zum Futtern. Dafür wären meine Mitbewohner vermutlich eher bei 80+ anzusiedeln. Na ja, gibt ja auch unter älteren Leuten solche, wo man sich anfreunden kann, weil man das eine oder andere gemeinsame Interesse hat. Und meine Gehirnfunktionen gehen ja auch schon eher auf die 75+ zu.

. Ich denke, ich werde mich für die Nähe zu meiner Cousine entscheiden. Der Ort ist eine Vorstadt von Zürich, hat also auch eine gute Infrastruktur zu bieten und das regionale Spital für allfällige Chemo ist nur 100 Meter vom Pflegeheim entfernt. Sollte das Pflegeheim schlussendlich doch unerträglich sein, kann ich mich immer noch woanders auf die Warteliste setzen lassen.
Der Plan ist, am 28. Oktober zu fliegen. Das wäre drei Tage nach der Chemo, sofern es beim Therapieplan keine Änderungen gibt, weil die Kontrollen wieder zeigen, dass ich nicht auf die Therapie anspreche. Am Tag der Chemo würde ich mich auch gleich für die Flugtauglichkeit untersuchen lassen.
Nun gilt es in einem ersten Schritt, erste Dinge zu klären und erledigen, die mir meine Cousine nicht abnehmen kann. Ich brauche im Moment für alles viel Zeit, sowohl beim Denken als auch in der Ausführung. Ich möchte soviel wie möglich davon noch diesen Monat erledigen. Mein Mietvertrag läuft am 5. Oktober aus. Ich hatte ein wie immer nettes Gespräch mit meiner Vermieterin. Sie sagt, dass ich ihr einfach so bald wie möglich sagen soll, wann ich definitiv abreise und gut ist. Ich kann die Sachen packen, die ich mitnehmen will und den Rest einfach stehen und liegen lassen. Sie hat noch ein Deposit von zwei Monatsmieten, was locker fürs Räumen und Reinigen reichen sollte. Ich werde ihr sagen, dass sie mir vom Deposit zurückzahlen soll, was sie für fair findet.
Wie gehts mir? Die Schmerzen im Bereich des Kreuzbeins machen mir zu schaffen. Ich bin nur wenig mobil. Bin aber dankbar, dass ich die Schmerzen nur beim Gehen habe und nicht permanent. Heute habe ich Termin zur Besprechung der Untersuchungsergebnisse von vorgestern. Vom Gefühl her ist die Sache mit der Lungenembolie ausgestanden. Krebs und Metastasen machen nur diskrete Beschwerden. Am meisten behindert mich die Müdigkeit und geringe Belastbarkeit in allen Systemen, also sowohl körperlich als auch psychisch und kognitiv.
Allen da draussen eine gute Zeit, wo auch immer ihr seid.
Man kann es nicht allen recht machen. Drum mach ich es wenigstens mir recht.