SARS-CoV-2/COVID-19

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grunder9
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#1231

Beitrag von grunder9 »

mungg hat geschrieben:
Sa 11. Apr 2020, 05:50

1. Ich trage im öffentlichen Raum freiwillig eine Maske aus Baumwolltuch. Sie hat nachweislich einen hohen Schutzgrad für die anderen, aber teilweise auch für mich.

2. Nachdem, was ich im Supermarkt alles so beobachte, fasse ich nur noch Einkaufswagen an, deren Griffe ich selber desinifiziert habe.

3. Ein Restrisiko bleibt, wenn ich so beobachte, wie Leute über die Auslagen in den Läden Husten und Niesen.

Bleibt gesund.
1. Eine mir vorliegende Studie zeigt auf, dass Baumwollmasken zum Selbstschutz und Schutz anderer ungeeignet sind.
2. Bei "meiner" MIGROS muss jeder Einkaufskorb- bezw. Wagen der Kontrollperson die den Eintritt in die Filiale regelt zurückgegeben werden. Diese desinfiziert die Griffe derer. Die Einkaufswagen werden darauf einzeln zum benützen hingestellt. Die Einkaufskörbe werden mit aufgestellten Griffe hingestellt.
3. Ich oder meine Frau haben noch nie jemanden gesehen der frei herausgehustet oder genossen hat.

So unterschiedlich können Beobachtungen und Ansichten sein.

Freundliche Grüsse
grunder
Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.
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ZH-thai-fun
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#1232

Beitrag von ZH-thai-fun »

Wir werden doch von der Industrie angelogen wo es geht und die Politiker kriechen auf deren Leim. Warum werden wir Dummen Bürger erst jetzt über Desinfektionsmittel erst jetzt informiert nachdem eigene, auch schon dumm und dämlich, schon daran verdienten ... :ymdevil:

https://www.20min.ch/schweiz/news/story ... l-15197243
Grenzen sind imaginär. Darum, fließt Wasser, Mammon und Blut.
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CHRIS
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#1233

Beitrag von CHRIS »

Ich denke schon, dass das Gel mehr nutzt als ein "Schluck Wasser". In der Tat sind die meissten Desinfektionsmittel nicht Viruzid, nutzen bei Viren also gar nichts. Aber antibakteriell sindse eben doch und damit sicherlich Keimreduzierender als Wasser.
Was aber das Problem des für mich sinnlosen Einsatz von diesen Mitteln ist, es schafft Resistenzen. Man muss nicht für jeden Mist die Hände desinfizieren, wo Hände waschen vollkommen ausreichend ist. Ein gewisses Keimsprektum braucht man eben damit um Antikörper bilden zu können. Zum anderen birngt das Hände desinfizieren auch nichts, wenn man es nicht richtig macht ;-)

Es ist schon lange her, als ich meine Ausbildung gemacht habe, aber hier habe ich gelernt, dass die Händedesinfektion eine gezielte Keimabtötung ist und das Händewaschen eine ungezielte.
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Joe
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#1234

Beitrag von Joe »

ZH-thai-fun hat geschrieben:
Sa 11. Apr 2020, 12:04
Wir werden doch von der Industrie angelogen wo es geht und die Politiker kriechen auf deren Leim.
Die wissenschaftlichen Experten - und auch die von ihnen beratenen Politiker - sagen eigentlich von Anfang an, dass gründliches Händewaschen (30 Sekunden, keine Stellen vergessen, …) mit Seife vollkommen ausreicht. Ich habe noch nirgendwo eine Empfehlung gelesen, dass man spezielles Desinfektionsmittel nehmen soll.

Und bei Krankenhäusern, Arztpraxen, … gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass die wissen, welche Mittel zur Desinfektion geeignet sind.
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Joe
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#1235

Beitrag von Joe »

phimax hat geschrieben:
Fr 10. Apr 2020, 12:18
Wie schon mal geschrieben, gehöre ich eher zum Team Drosten.
Deine Beschreibung paßt auch zum Drosten Podcast.
Ich habe mir jetzt mal einige Beiträge angehört. Sehr interessant. Er geht auch deutlich tiefer in die Themen rein. An manchen Stellen vielleicht auch zu tief für die Hörerschaft.

Schön fand ich, als er mal - zu möglichen Medikamenten befragt - über 5 Minuten über die mögliche Wirkweise eines Wirkstoffs, der die Replikation der Erbinformation der Viren hemmen soll, referierte und dann mit dem Satz "Das war jetzt natürlich sehr vereinfacht - in der Realität ist das schon deutlich komplizierter..." endete :D

Für wen es interessiert, fasse ich mal meine Erkenntnisse, die ich aus den verschiedenen Podcasts herausgehört habe, zusammen. Ist natürlich auch ein bisschen Interpretation dabei...

Ansteckung:

Es gibt drei Arten der Übertragung:
  • Tröpfchen-Infektion,
  • aerogene Infektion und
  • Schmier- oder Kontakt-Infektion
Die Kontakt-Information ist der Fall, dass ich einen infizierten Gegenstand anfasse. Also: Infizierter fasst Türklinge an, ich fasse die Türklinke an, ich fasse mir dann ins Gesicht (= Schleimhäute).
Die Experten sind sich nicht sicher, ob diese Übertragung in der Praxis überhaupt eine Rolle spielt. Klar - im "Worst Case" natürlich absolut möglich, aber eher unwahrscheinlich. Bis jetzt hat man bei entsprechenden Versuchen immer nur Erbmaterial der Viren festgestellt - aber wohl noch nie lebende Viren anzüchten können. Man geht daher davon aus, dass dieser Übertragungsweg weit unter 10% der Infektionsfälle liegt.

Beste Maßnahme gegen diesen Übertragungsweg: gute Handhygiene.

Aerogene und Tröpfchen-Infektion resultieren aus der gleichen Ursache. Beim Atmen, aber noch mehr beim Sprechen oder gar Husten und Nießen, geben wir Feuchtigkeit in Form von kleinen Tröpfchen ab, die Viren enthalten. Je nach Größe der Tröpfchen - die Grenze liegt wohl bei ca. 5 µm hat man physikalisch unterschiedliche Effekte. Bei unter 5 µm spricht man von Tröpfchenkernen bzw. Aerosolen. In dieser Größe sind die Tröpfchen so klein, dass sie "nicht der Schwerkraft unterliegen", d.h. durch andere Effekte fein in der Luft verteilt sind und so auch längere Zeit bestehen können.

Gegen Aerosole helfen die einfachen (z.B. selbstgemachten) Masken nichts. Dazu ist das Material zu grob und die Maske liegt auch nicht dicht genug an. Hier braucht man die speziellen Masken (FFP2 oder FFP3).

Bis jetzt klingt das ganz schrecklich. Jetzt kommen aber die "Aber" - für das Virus. Je feiner das Aerosol ist, umso besser hält es sich in der Luft - aber umso schneller trocknen auch die kleinen Tröpfchen und sterben damit die Viren. Und bei bewegter, sich austauschender Luft ist es schwer, die notwendige Konzentration zu erreichen.

Fazit: Geschlossene, unbelüftete Räume meiden. Bzw. immer gut lüften oder sich - beim Treffen mit anderen Personen - im Freien aufhalten. Wenn das nicht möglich ist (z.B. Gesundheitspersonal in Räumen mit Infizierten), braucht man die Spezialmasken.

Aber auch bei dieser Übertragungsart gehen die Experten von unter 10 % aus.

Bleibt also die klassische Tröpfcheninfektion. Bei über 5 µm sind die Tröpfchen zu groß, um "in der Luft zu bleiben". Sie sinken also in einer Parabelbahn (klassische Physik...) zu Boden - und tragen dann für eine gewisse Zeit zur Schmierinfektion bei. Beim normalen Sprechen geht man davon aus, dass sich die Tröpfchen maximal 1,5 m vom "Sender" aus entfernen können. Beim Nießen mag es ein bisschen mehr sein.

Dabei kommen nun die Masken ins Spiel. Hier geht es jetzt nicht darum, die Viren zu filtern - sondern nur, die Tröpfchen abzufangen oder zumindest abzubremsen. Bin ich jetzt also infektiös, ist der "kritische Radius" nicht mehr 1,5 m, sondern vielleicht nur noch wenige Zentimeter. Ich reduziere also mit der Maske den Gefahrenbereich und damit die Wahrscheinlichkeit, dass ich jemand anderen anstecke.

Fazit: 2 m Abstand und - wenn nicht möglich - Masken zum Schutz anderer reduziert das Risiko einer Tröpfcheninfektion so weit wie es eben möglich ist.

Später geht es weiter mit dem Krankheitsverlauf...
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tom
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#1236

Beitrag von tom »

Joe hat geschrieben:
Sa 11. Apr 2020, 13:48
Fazit: 2 m Abstand und - wenn nicht möglich - Masken zum Schutz anderer reduziert das Risiko einer Tröpfcheninfektion so weit wie es eben möglich ist.
Was mir hier nun aber fehlt ist die Massnahme, welche laut Bundesamt für Gesundheit der Schweiz noch viel wirksamer ist als eine Maske zu tragen: sich in den eigenen Ellbogen niesen oder husten.

Gruss Tom
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phimax
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#1237

Beitrag von phimax »

Joe hat geschrieben:
Sa 11. Apr 2020, 13:48
...fasse ich mal meine Erkenntnisse, die ich aus den verschiedenen Podcasts herausgehört habe, zusammen.
Dem kann ich mich so anschließen :-BD
Entspricht bspw. auch der bisherigen Teilveröffentlichung der Heinsberg-Studie von Prof. Streeck

Bin jetzt mal auf deine Erkenntnisse zum Krankheitsverlauf gespannt.

In der letzten Lanz Sendung war Prof. Püschel der Chef (?) der Gerichtsmedizin aus Hamburg.
Er hatte alle in HH gemeldeten an Covid-19 gestorbenen obduziert: von 44 waren nur 35 am Virus gestorben.
Diese Obduktionen wurden bspw. vom RKI nicht empfohlen - HH ist wohl auch das einzige Bundsland, wo das geprüft wurde/wird.

Er hätte auch gern die jungen Verstorbenen aus der EU auf dem Tisch gehabt, um zu schauen... ;-)
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phimax
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#1238

Beitrag von phimax »

tom hat geschrieben:
Sa 11. Apr 2020, 14:37
...sich in den eigenen Ellbogen niesen oder husten.
Dies sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein...
Orwell war ein Optimist :-s

grunder9
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#1239

Beitrag von grunder9 »

Wer sich eingehender mit der Maskenproblematik befassen will, kann sich hier den von mir erwähnten Bericht herunterladen. Oder online lesen:
https://www.unibw.de/lrt7/bericht_atems ... _2020.pdf

Freundliche Grüsse
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Adi
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Re: SARS-CoV-2/COVID-19

#1240

Beitrag von Adi »

grunder9 hat geschrieben:
Sa 11. Apr 2020, 15:30
Wer sich eingehender mit der Maskenproblematik befassen will, kann sich hier den von mir erwähnten Bericht herunterladen. Oder online lesen:
Schon nur die Einleitung entspricht sehr gut dem was ich bisher aus den Medienberichten verstanden habe. Es lohnt sich m.E. auch nur die Einleitung zu lesen, falls man immer noch ein falsches Verständnis der aktuellen Situation hat resp. durch die Überflutung der Medienberichte überfordert ist...

@grunder9
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