Unterschied Thailand und Philippinen

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piihan
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Re: Unterschied Thailand und Philippinen

#31

Beitrag von piihan »

karten.jpg
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Ich hatte vorher auch Interesse an den Philippinen, weil scheinbar vieles "einfacher" ist als in Thailand, aber ich bin nicht der Typ (vielleicht zu ängstlich :^o ) der sich wahrscheinlich auf längere Zeit wohl fühlen würde.
Thailand hat den Vorteil, dass es in Südostasien (ähnlich wie die Schweiz) Central "platziert" ist und muss als Transitland bezeichnet werden (zum Glück für Thailand, sonst könnten sie sich solche Sachen wie jetzt im Moment ablaufen gar nicht leisten).
Die Philippinen sind geographisch gegenüber Thailand sehr im Nachteil, deshalb können sie wirtschaftlich wesentlich weniger Punkten, zudem kommen noch die vielen Taifune, Vulkanausbrüche und Erdbeben Naturkatastrophen hinzu.
ถ้าคุณลงมือทำในสิ่งที่คุณสนใจ อยู่เสมออย่างน้อยจะมีคนคนหนึ่งที่พอใจ
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Haempu
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Re: Unterschied Thailand und Philippinen

#32

Beitrag von Haempu »

Die Kommentare von Westfale und von piihan kann ich problemlos unterschreiben. Was mir jedoch auffällt, ist dass zwischen den beiden Ländern grosse Ähnlichkeiten bestehen, nicht nur aufs Aussehen bezogen sondern auch auf das Verhaltensmuster. Ich fühle mich hier in den Philippinen wie in Thailand Ende der 80er Anfangs der 90er Jahre. Meine thailändische Göttergattin prophezeit auch, dass die Pinoys dieselben Fehler begehen, wie die Thais. So ist hier von einem starken wirtschaftlichen Wachstum die Rede und bei näherem und genaueren Hinsehen merkt man, dass sich dies nur auf den Bausektor bezieht. Es werden in Manila -analog Thailand- soviele Condominiums innert kürzester Zeit "aus dem Boden gestampft", obwohl diesbezüglich gar keine Nachfrage in dieser Grössenordnung besteht. Diese Condominiums werden von der reichen Oberschicht und der -seit einigen Jahren zunehmenden- kaufkräftigen Mittelschicht zu Spekulationszwecken erworben. War es in Thailand 1998 die "Tom Yam Gung"-Krise, wird es hier in den Philippinen mit grösstwahrscheinlicher Sicherheit die "Adobo"-Krise sein.

Dass es in den Philippinen für Ausländer allgemein gefährlicher ist als in Thailand mag ich bezweifeln (mal ausgenommen der Süden....aber das Problem hat ja Thailand auch). Wer die notwendige Vorsicht walten lässt, sich nicht in innere Angelegenheiten einmischt und auch nicht in dubiose Geschäfte verwickelt ist, muss in der Regel nichts befürchten. Ein Taschendiebstahl oder ein "zur falschen Zeit am falschen Ort"-Raubüberfall kann Dir auch in DACH oder in jedem anderen Land auf diesem Planeten wiederfahren. Die Gefahr droht eher -wie von piihan geschrieben- von den Naturkatastrophen; die jährlich wiederkehrenden Taifune, die aktiven Vulkane (zur Zeit Mayon in der Nähe von Legaspi) sowie der Umstand, dass die Philippinen auf dem "Ring des Feuers" (Erdbeben) sitzen, sind m.E. die grösseren Gefahrenherde.
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thedi
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Re: Unterschied Thailand und Philippinen

#33

Beitrag von thedi »

Ich habe vor 35 Jahren einmal die Philippinen vs. Thailand evaluiert. Damals war noch Marcos Diktator in Manila. Sicherlich hat sich seither einiges geändert. Mich wundert nun: wie viel hat sich geändert?

Damals war es z.B. so: wenn man die Aufenthaltsbewilligung in den Philippinen verlängern wollte, so konnte man
  1. in eine Gogo-Bar im Rotlichbezirk gehen und dort den Pass abgeben - ein/zwei Tage bekam man ihn dann zurück mit Verlängerung rein gestempelt. Scheinbar waren die Stempel OK.
  2. zur Immigration im Regierungsquartier in Manila gehen, dort einen 'guide' engagieren, der brachte den Pass nach ca 15 Minuten mit allen Stempeln OK zurück. Die Stempel waren wiederum OK.
  3. es selbst auf der Immigration versuchen - aber das war hoffnungslos: man wurde von allen Beamten schlicht ignoriert: "go outside, take guide."
a) und b) waren natürlich deutlich teurer als die offiziellen Gebühren. Was mir damals aber vor allem auf den Wecker ging war, dass man ohne go between keine Chance hatte zu seiner Sache zu kommen: die Behörden schützten solche Schlepperbanden.

In Thailand war schon damals eine Aufenthaltsbewilligungs-Verlängerung eine Routineangelegenheit die - damals auf der Immigration Suan Plu in Bangkok - innert ein/zwei Stunden erledigt wurde. Keine Komplikationen irgend welcher Art - keine Trinkgelder, keine Schlepper, einfach normale Behördengänge wie man sich das vorstellt.

Damals gaben für mich solche Sachen den Ausschlag um mich auf Thailand zu konzentrieren. Wie sieht das heute in den Philippinen aus?


Mit freundlichen Grüsssen

Thedi

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Haempu
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Re: Unterschied Thailand und Philippinen

#34

Beitrag von Haempu »

Werter Thedi, auch bei diesem Thema scheint eine Angleichung an Thailand erfolgt zu sein. Für interessierte Personen ist auch die Webseite des BI in Manila einigermassen informativ:
http://www.immigration.gov.ph/

Auch hier gibt es die Unterscheidung: verheiratet mit einer Philippina oder über 50 jährig nebst weiteren Kategorien. Für viele ältere Schweizer ist es eigentlich immer dieselbe Problematik. Melden diese sich in der Schweiz ab so erlöscht auch die Krankenkasse und eine neue Versicherung sollte abgeschlossen werden. Hatte man vorher jedoch schon ein gesundheitliches Gebrechen und die Krankenkasse hat dies bezahlt so wird bei einer neuen Versicherung -allfällige Folgeschäden diesbezüglich- ruck-zuck ausgeschlossen. Deshalb leben einige Schweizer (wie es sich bei den D und A verhält, weiss ich nicht) mittels Touristenvisum auf den Philippinen.

Was ich mich persönlich verwundert hat, als ich soeben einen Blick auf diese Webseite geworfen habe, dass die Namen der Quoten-Visa Inhaber monatlich publiziert werden. Der Datenschutz-Obmann in der Schweiz würde bei einer solchen Publikation vermutlich einen doppelten Rittberger mit anschliessender Bielmann-Pirouette hinlegen.

Die Abwicklung einer Aufenthaltsgenehmigung durch Drittpersonen scheint der Vergangenheit anzugehören, obwohl natürlich nicht ausgeschlossen werden kann, dass auf -von Manila entfernten- Inseln der Geldbeutel des Ausländers näher liegt als der lange Arm von Siegfred B. Mison (Commissioner Bureau of Immigration) :)

Eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ist auch hier mittlerweilen eine Routine-Angelegenheit geworden, obwohl einige Ausländer auch hierzu immer etwas auszusetzen haben (analog Thailand :D ). Ein wichtiger Faktor ist jedoch, dass alle Ausländer aufgerufen worden sind, sich bei den jeweiligen Immigration offices zu melden zwecks Erfassung der biometrischen Daten. Wer dieser Aufforderung innerhalb eines Jahres nicht nachkommt, muss mit Konsequenzen rechnen. Ob es sich hierbei allenfalls um eine Retourkutsche an die Adresse der EU (Schengen) handelt, vermag ich nicht zu beurteilen.

Der Unterschied zu Thailand besteht im "overstay"; da kennen meine Pinoys keine Gnade. Während in Thailand der "overstay" auf max. THB 20'000 begrenzt ist, existiert in den Philippinen keine finanzielle Obergrenze im Bussenbereich. Da findet sich dann schnell einer in der IDC wieder und muss hoffen, dass ein Verwandter oder Freund ihm die Summe vorstreckt..........

Wer als Tourist einreist, kann bis zu 30 Tagen sich visumfrei in den Philippinen aufhalten; eine Verlängerung ist möglich und muss bei den für den jeweiligen Aufenthaltsort zuständigen Immigration-offices beantragt werden. Es besteht keine Pflicht, dass man seinen "Öpfel" alle 90 Tage dem Immigration-Office zeigen muss.

P.S. Ferdinand Marcos wird immer noch von einem recht grossen Teil der Bevölkerung im Norden bewundert.............Imelda ist auch weiterhin "Congresswomen" und der Sohn "BongBong" Marcos ist Senator
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tom
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Re: Unterschied Thailand und Philippinen

#35

Beitrag von tom »

Danke für die interessanten Erläuterungen, Haempu. Bin am überlegen wie man diesen Thread unbenennen oder aufteilen könnte, damit diese wichtigen Infos später besser gefunden werden können, sollte sich jemand dafür interessieren...

Gruss Tom

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Haempu
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Re: Unterschied Thailand und Philippinen

#36

Beitrag von Haempu »

Der Glaube (sprich Religion) spielt auch in den Philippinen analog Thailand eine grosse Rolle. Nicht nur sind die Philippinen das grösste mehrheitlich christlich dominierte Land in Asien, sondern auch noch vermutlich mehr "päpstlicher als der Papst". Apropos, heute beginnt der Besuch des "his Holyness" (seiner Heiligkeit) des Papstes in den Philippinen. Wenn man sich in den Philippinen befindet, ist grundsätzlich davon abzusehen sich negativ über das Christentum (im speziellen zum Katholizismus) zu äussern. Leider "Gottes" ( :) ) gibt es immer wieder "Gringos" (oder auch "Canos" von Americanos oder Pote - weiss), welche der Meinung sind, dass sie gegenüber der einheimischen Bevölkerung ihren Missmut oder "Überlegenheit in Glaubensfragen" unbedingt mitteilen müssen. Man macht sich damit definitv keine Freunde oder verliert die noch verbliebenen.

Einige Bilder, die man diesbezüglich mit den Philippinen verbindet, sind sicher die Selbst-Auspeitschungen (Selbstkasteiung) zur Osterzeit (obwohl dies nur in einer Stadt stattfindet und nicht überall) sowie sich ans Kreuz nageln lassen. Alles zusammen eine recht "blutige Angelegenheit" und es versteht sich von selber, dass man da nicht in der ersten Reihe stehen sollte. Die Vorweihnachts-Zeit ist dann der ultimative "Countdown" mit zahlreichen Darbietungen (Simbang Gabi) bis dann zum Weihnachtsfest. Der sonntägliche Kirchgang ist ein Muss und die Gotteshäuser sind deshalb immer proppenvoll...........was mir wiederum die Möglichkeit gibt, relativ gemütlich und ruhig die Wocheneinkäufe zu erledigen. Jeden Mittwoch mittag findet praktisch in jedem Business-Hochhaus oder Geschäftshaus eine Messe statt, welche von einem Priester gelesen wird. Am Aschermittwoch sieht man viele Frauen in schmucken Büro-Outfits und in Stöckelschuhen......und auf der Stirn ein schwarzes Kreuz aufgemalt.

Auch die Protestanten sind u.a. mit der grössten Vereinigung der "Iglesia ni Cristo" auf den Philippinen vorhaben (fast 3 Millionen Mitglieder). Diese zeichnen sich durch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl aus und sind somit bei den Wahlen von allen Politikern höchst umworben......jedenfalls bei den Präsidentschaftswahlen (die nächsten folgen im 2016). Wer diese Vereinigung auf seine Seite ziehen kann hat über 2 Millionen Stimmen auf sicher.

Nicht zu vergessen sind auch die Muslime im Süden (auf Mindanao), welche jedoch weder von der Regierung noch von der Bevölkerung in Luzon und den Visayas als Landsleute betrachtet werden. Auch hier liegt das Problem tief verwurzelt und es bedarf vermutlich -wenn überhaupt- einer langen und für viele beteiligten schmerzhaften Prozedur um dieses Problem zu lösen.
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Michaleo
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Re: Unterschied Thailand und Philippinen

#37

Beitrag von Michaleo »

Haempu hat geschrieben: Nicht zu vergessen sind auch die Muslime im Süden (auf Mindanao), welche jedoch weder von der Regierung noch von der Bevölkerung in Luzon und den Visayas als Landsleute betrachtet werden.
Interessant, nicht wahr?
Ist das etwa ein bisschen analog zu den Rohingya in Myanmar?

Ich hatte, als diese Thema aktuell war (ist es vielleicht immer noch) den Eindruck, dass die Burmesen sie nicht mögen, weil sie sich früher quasi der religiösen Konkurrenz, des Moslem, angeschlossen haben. Ich glaube nämlich dass die Katholiken die Protestanten auch recht gehasst haben, nach der Reformation. Verständlich, da sie die Heiligen von ihrem Sockel rissen und den Papst nicht mehr anerkannten, und zudem das ganze christliche Wirtschaftssystem in Frage stellten.
Freundliche Grüsse :)
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tom
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Re: Unterschied Thailand und Philippinen

#38

Beitrag von tom »

Auf den Philippinen wurde nun wohl Rodrigo Duterte zum neuen Präsidenten gewählt... Ich bin leicht verwirrt... in den hiesigen Medien liest man, dass er eine sehr umstrittene Person sei welche während seiner Regierungszeit doch oft auch eher seltsame Mittel angewendet habe (z.B. Todesschwadronen wurden genannt). Auch befürchtet man, dass es auf den Philippinen wieder zu einer Diktatur kommen könnte.

So weit so gut... Ich habe philippinische Bekannte welche in Thailand leben. Alle zwischen 30 und 50 Jahre alt. Diese sind alle begeistert von Duterte. Wenn ich das weitergebe was hier in den DACH-Medien verbreitet wird, dann interessiert die das gar nicht und sie tun es als Humbug ab.

Gibt es hier einen Member der sich mehr mit diesem neuen Präsidenten auseinandergesetzt hat und mehr über ihn zu berichten weiss?

Gruss Tom
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Bruninho
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Re: Unterschied Thailand und Philippinen

#39

Beitrag von Bruninho »

Mich verwirrt die klare Wahl von Duterte ebenfalls... Ich habe seine Karriere nicht verfolgt, habe zwar seinerzeit, als er in Davao gewählt wurde, auch über ihn und seine harten angekündigten Methoden gelesen. In der Folge verschwand er aber wieder aus unserer Medienwelt.

In den westlichen Medien (TV, Zeitungen) wird äusserst negativ über ihn berichtet. Er wird um Längen schlimmer geschildert als Trump in den USA, und das sagt dann wohl auch vieles.

Im TV habe ich beispielsweise eine Rede von ihm gesehen, in der er unter lautem Gejohle der Massen erklärte, er werde alle korrupten Politiker erschiessen und ins Meer werfen lassen... Halbwegs zivilisierte "normale" Menschen in öffentlichen Ämtern würden sicher niemals solche Äusserungen von sich geben.

Ich frage mich aber, warum so viele Leute einen solchen Mann wählen? Und mit seiner Wahl auf Stabilität und Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse im Land hoffen.

Sollte er nur Teile seiner Versprechungen erfüllen, würden sich die Philippinen zu einer Diktatur entwickeln. Mit Säuberungsaktionen gegen Andersdenkende gäbe es nicht weniger Gewalt sondern mehr: Die gewaltbereite Opposition würde zunehmen.
Das Versprechen Korruption zu bekämpfen mutet lächerlich an: Bei Gegnern wird es ein guter Vorwand sein, sie "aus dem Verkehr zu ziehen", bei Günstlingen drückt man sicherlich beide Augen zu.
Mit dem Hinrichten von Kriminellen würde es ebenfalls nicht weniger Kriminalität geben. Die einzige Möglichkeit diese einzudämmen ist doch die Ungleichheit zwischen arm und reich zu ändern.

Mir ist es äusserst unwohl, ich bin gespannt auf die Entwicklung.

Interessant wären die Einschätzungen von Expats und Residenten auf den Phils, von denen wohl auch einige hier Mitglied sind oder mitlesen.

:wai:

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Haempu
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Re: Unterschied Thailand und Philippinen

#40

Beitrag von Haempu »

Ich erlaube mir als Expat in Makati zu den Wahlen in den Philippinen meine Einschaetzung wiederzugeben, wohlwissend, dass noch nicht alle Stimmen ausgezaehlt sind und es allenfalls um den Posten des Vizepraesidenten noch zu Verschiebungen kommen kann.

Vorab mal duerfen die Philippinen durchaus stolz auf diese Wahlen sein. Obwohl es hie und da auch zu Gewalt kam, blieben diese Wahlen mehrheitlich gewaltfrei. Stolz darauf, dass es im Vergleich zu den anderen ASEAN Staaten die Philippinen geschafft haben demokratische Wahlen abzuhalten (.....denken wir doch nur an Thailand....). Die Philippinen zaehlen 100 Mio. Einwohner, davon waren 50 Mio. zur Wahl registrierte Buerger und Buergerinnen.

Was mir persoenlich immer mehr Muehe bereitet sind jedoch die auslaendischen Medien ( und die phil. Medien nehme ich nicht aus). Man mag zu Rodrigo "Rudy" Duterte stehen wie man will, man mag seine zum Teil frauenfeindlichen Sprueche ablehnen, seine zum Teil unter der Guertelline daherkommenden Witze verabscheuen, seine Aussagen prinzipiell zurueckweisen..................aber prinzipiell und absichtlich mit zum Teil falschen Angaben versuchen die Leser und Wahler hinters Licht zu fuehren und zu manipulieren funktioniert heutzutage nicht mehr. In Deutschland spricht man von der Luegenpresse.........auch in den Phils hat die Mehrheit der Presse nicht mehr geglaubt. Die Presse prinzipiell erscheint in der heutigen Zeit nur noch als "ideologische Sekte", die mit allen Mitteln versucht Leute zu manipulieren..........die Scientologen sind dagegen ein Ponyhof.

Es stimmt natuerlich, dass Duterte damit gedroht hat, dass er alle Drogendealer jagen und den Fischen im Manila Bay zum Frass vorwerfen lassen will. Zu seiner Zeit als Buergermeister von Davao City sollen sogenannte Todesschwadronen um die 1700 Leute, welche als kriminell galten, umgebracht worden sein.....gemaess der Zeitungen natuerlich aufgrund seiner Anordung. Erinnerungen oder Aehnlichkeiten an die unter Thaksin ins Leben gerufene Jagd gegen Drogendealer in Thailand sind rein zufaelliger Natur. Man vergisst aber gerne, dass Davao die sicherste und sauberste Stadt in den Philippinen ist. Die Pinoys hatten einfach genug.......genug von den Versprechungen der Oligarchen und deren Familien, die seit der Unabhaengigkeit das Land regieren und ausbeuten. Duterte spricht nicht nur die Sprache der Leute, die in den Slums wohnen....er versteht auch deren Sorgen. Man mag zwar darueber staunen, dass die Philippinen ein gesundes und grosses Wirtschaftswachstum vorweisen koennen (+ 6 %).....die Mehrheit hat jedoch davon nichts mitbekommen. Der Reichtum wird in den Philippinen zwischen den 100 bis 200 einflussreichsten Familien aufgeteilt..........alle anderen muessen draussen bleiben.

Ob Duterte dies Missstand beheben kann, bleibt m.E. zu bezweifeln. Und sollte es ihm doch gelingen, werden die einflussreichen Senatoren und Geldgeber dafuer besorgt sein, dass gegen ihn ein "Enthebungsverfahren" eingeleitet wird und somit die (zum jetzigen Zeitpunkt ) Vizepraesidentin Leni Robredo als Praesidentin eingesetzt wird. Es versteht sich von selber, dass die Vizepraesidentin das Liebkind der "reichen Familien" ist. Und sollte dies nicht der Fall sein, wird die traege und langsame Verwaltung besorgt sein, dass die Anordungen des Praesidenten so schwerfaellig umgesetzt werden, dass schlussendlich ein Nullsummen-Spiel entsteht. Das Ganze koennte jedoch eine andere Wendung nehmen, sollte in der Endabrechnung der Vizepraesidentenwahl Bongbong Marcos ( der Sohn von Ferdinand Marcos )gewinnen......da duerften einige Menschenrechtsaktivisten wohl einen Schreikrampf kriegen und in Ohnmacht fallen.

Was wir -als Zuschauer am Rande- sicher nicht duerfen, ist uns als Besserwisser aufspielen zu wollen. Die Philippinen haben gewaehlt und dies ist -wenn man Demokrat ist - zu akzeptieren.
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