Uwe hat geschrieben: ↑Di 24. Nov 2020, 11:34
https://zeitung.faz.net/faz/wirtschaft/ ... obal-de-DE
"
Der deutsche und der europäische Blick in der Virusbekämpfung geht nach innen. Wenn er ins Ausland geht, dann bevorzugt gen Westen. Im Vergleich mit den Covid-Schrecken in den Vereinigten Staaten fühlt sich die schwierige Infektionslage im Inland einfach weniger schlecht an. Richtung Osten schaut man lieber nicht."
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2 ... orderungen
Wesentliche Auszüge:
- "Ich persönlich glaube aber nicht, dass es einen Widerspruch gibt zwischen dem, was für die Wirtschaft, und dem, was für die Gesundheit der Menschen gut ist. Im Gegenteil: Länder wie Korea, Singapur, Neuseeland, Australien und China, die es geschafft haben, die Verbreitung des Virus zu stoppen und
Leben zu retten, haben sich auch
wirtschaftlich schneller erholt als andere Länder."
- "Und auch das
Klima dürfte eine Rolle spielen: Das Virus überlebt am besten bei Temperaturen zwischen circa drei und 20 Grad Celsius. Wenn die Umgebungstemperatur 25 Grad Celsius oder mehr erreicht, bietet das einen gewissen Schutz."
- "Alle Länder der Welt
könnten so handeln, wie Singapur es getan hat. Dennoch hat das Land ebenso wie Neuseeland und Vietnam einen ähnlichen Ansatz verfolgt: Sie alle haben sehr früh sehr entschieden reagiert. Wenn man
drakonische Maßnahmen ergreift, kann man die Übertragung unterbrechen. Wenn man
breit testet, um nicht nur die symptomatischen, sondern
auch die asymptomatischen Fälle zu finden, und sie dann wirklich konsequent isoliert, dann unterbricht man die Infektionsketten. ... Es braucht aber auch eine enorme
lokale und nationale Kraftanstrengung, um das zu erreichen, was China, Vietnam, Singapur und Neuseeland erreicht haben. Die
Koordination und Organisation waren phänomenal."
- "ZEIT ONLINE: Woran liegt es dann, dass so wenige Länder im Westen so gehandelt haben: Fällt es uns schwerer wegen unserer Vorstellungen von individueller Freiheit, Datenschutz und des Prinzips der Verhältnismäßigkeit?"
- "Farrar: Ja, schon. ... Ob ein Land es schafft, hängt, wie gesagt, auch davon ab, was es in den Jahren vor der Pandemie gemacht hat. Entscheidend sind dabei nicht nur Investitionen in Infrastruktur und das Gesundheitssystem. Es geht auch um das Vertrauen der Gesellschaft in die Botschaften und diejenigen, die diese Botschaften in einer Gesundheitskrise überbringen."
- "ZEIT ONLINE: Wir sprechen viel über die Impfstoffe von AstraZeneca, Moderna und Pfizer, und kaum über die, die in anderen Teilen der Welt entwickelt und erprobt werden, in Russland und China etwa. Was ist der Grund dafür?
Überheblichkeit des Westens?"
- "Farrar: Es ist durchaus normal, dass Menschen im Westen besonders auf die eigene Forschung schauen, genau wie Menschen in Russland auf die russische und Menschen in China auf die chinesische. Aber es hat ganz sicher auch mit einer
gewissen Überheblichkeit zu tun."
- Die geopolitische Lage, zum Beispiel die starken Spannungen zwischen den USA und China, hat der Antwort auf diese Pandemie geschadet. Wenn Impfstoffe nun durch die Brille des Nationalstolzes betrachtet werden oder als diplomatisches Mittel, um
nationale Interessen durchzusetzen oder global Einfluss zu nehmen*, dann führt das dazu, dass die Gesundheit aller leidet. Wenn wir zurückfallen in den Abgrund des Nationalismus, denn werden wir die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht lösen.
Es wird zu Problemen führen, die größer sind als diese Pandemie."**
* Die strategisch, politische Antwort der deutschen Politik ist seit langem offiziell kund getan:
Uwe hat geschrieben: ↑Fr 20. Mär 2020, 13:27
Frage von Johannes Bebermeier -19.03.2020 T-Online Interview mit Grünen-Parteichef Habeck- :
"
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat t-online.de gesagt: Unsere Antwort auf diese Krise (Anmerk.: SARS-CoV-2/COVID-19) wird Teil der weltweiten Auseinandersetzung um das beste politische System (Anm.: China wird der Verlierer sein)
sein. Stimmen Sie ihm zu?"
Antwort:
"Der Bundespräsident zielt sicher auf die Frage ab, ob autoritäre Staaten wie China oder offene Gesellschaften -wie Europa- besser aus der Krise herauskommen. Ich bin davon überzeugt, dass die Demokratien da überlegen sind. Demokratien haben die Fähigkeit zur Selbstkorrektur. Sie sind die lernfähigeren Systeme. Sie haben das Potenzial, ihre eigenen Entscheidungen immer wieder zu überprüfen, von anderen zu lernen, neuen Ideen Raum zu geben. Und das werden wir für diese Krise brauchen."
** Politik (hier die Deutsche gemeint) wird diese Erkenntnis nicht berücksichtigen (siehe:*).
Ich kann die ausgeführten Aussagen des Berichts umsomehr verstehen -und nachvollziehen- und bestätigen-, da ich einen direkten Fall in meiner Familie in D. habe. Wer es nicht "aus nächster Nähe" selbst mitbekommt, wie D. die Pandemie handhabt und in der Praxis tatsächlich damit umgeht, und wie es um die Erkennung (hier besser: Nichterkennung) bestellt ist, wird sich kaum wundern müssen, warum die Situation so gekommen ist, wie sie jetzt ist, und warum sie jetzt so ist, wie sie ist, und wie sie noch werden wird.
Selbst die Gespräche, die ich mit dem Gesundheitsamt machen konnte, waren in der Hinsicht aufschlussreich, und wurden somit - als eine ernstzunehmende, direkte Quelle- bestätigt. Auch die Kompetenz von einigen Entscheidungsträgern im Umgang mit der Pandemie wurde offen angezweifelt.
Zum Glück, ist der Verlauf des Betreffenden sehr glimpflich. Mir tun aber die Bürger sehr Leid, die darunter sehr Leiden mussten und müssen, oder gar das Leben verkürzt wurde, auf Grund dessen, dass der Vorsorgeschutz, die Prävention und die Maßnahmen in D. der Gesundheit nicht potentiell, optimal dienlich sind, und ein ungenügender Zustand belassen wird, und Gefährdung bewusst mit toleriert wird (siehe Punkt: "unserer Vorstellungen von individueller Freiheit, Datenschutz und des Prinzips der Verhältnismäßigkeit").
Und: Am Geld in D. wird es wohl nicht liegen, dass der Schutz der Einwohner nicht besser gewährleistet werden könnte.
Mein Schwiegervater ist mehr als verwundert, dass, so sein Eindruck, es in dem von ihm einst so bewunderten Land -Deutschland- so schlecht im Fall von Covid-19 bestellt ist, und er irritiert ist, warum es gerade in Thailand viel besser funktioniert. (Er hat mich erwischt: Meine Scham, als Einer, der aus gutem Hause stammt: Meine Scham, als ein guter Deutscher & Europäer ist eröffnet.)
Viele Grüße Uwe